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News aus der Fischbranche

29.08.2011  Schwarzer Seehecht: Jeder fünfte falsch deklariert

Beim Schwarzen Seehecht (Dissostichus eleginoides) wird das MSC-Label offenbar häufig missbraucht. Bei einer Untersuchung hatten US-Wissenschaftler festgestellt, dass "etwa ein Fünftel der gekauften und genetisch untersuchten Fische trotz MSC-Kennzeichnung wahrscheinlich nicht aus diesem Fangebiet" stammte. Drei von insgesamt 36 Proben waren sogar andere Fischarten. Diese Ergebnisse publizierten Mitarbeiter der staatlichen US-amerikanischen Clemson University (US-Bundesstaat South Carolina) jüngst in dem Fachblatt Current Biology.

Die Wissenschaftler hatten Einkaufsproben aus US-Geschäften, gekauft in acht Bundesstaaten, mit Gendaten aus den 1990er Jahren verglichen und sind der Ansicht, dass einige Gensequenzen eher auf nicht zertifizierte Fanggründe vor den Küsten Südamerikas oder sogar im Südindischen Ozean hindeuteten. "Es steht außer Frage, dass Organisationen wie der Marine Stewardship Council ihr Bestes versuchen, um Verbraucher zu nachhaltig gefangenen Fischen zu führen", meint Universitätsmitarbeiter Dr. Peter Marko. Doch offenbar sei es sehr schwierig, die richtige Herkunft der Fische zu garantieren. Wer in der Handelskette vom Fischer zum Fischgeschäft für die falsche Kennzeichnung verantwortlich sei, konnten die Forscher nicht sagen. In der Konsequenz empfehlen sie dem Verbraucher jedoch, komplett auf den Schwarzen Seehecht zu verzichten.

Der Marine Stewardship Council äußerte sich in einer offiziellen Stellungnahme "sehr beunruhigt" und teilte mit, bereits mit einer Untersuchung begonnen zu haben und mit den Autoren der Studie in Kontakt zu stehen. "Sobald wir eine umfassende Prüfung der Produkte vorgenommen haben, die als falsch gekennzeichnet identifiziert wurden, werden wir die Ergebnisse unserer Nachforschungen veröffentlichen," sagte Amy Jackson, Deputy Standards Director beim MSC. Schon seit langem gebe der MSC regelmäßige DNA-Tests in Auftrag, um die Robustheit und Glaubwürdigkeit seines Rückverfolgbarkeits-Programms sicherzustellen. Ende 2008 und Anfang 2009 hatte er Proben des Schwarzen Seehechts gesammelt und von der schottischen Royal Zoological Society auswerten lassen. Ergebnis im Juni 2009: alle MSC-gekennzeichneten Produkte stammten aus der MSC-zertifizierten Fischerei, die im CCAMLR-Gebiet 48.3 operiert.



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