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News aus der Fischbranche

09.07.2012  Vietnam: Pangasius-Industrie in der Klemme

Ein Rettungspaket im Umfang von rund 343 Mio. Euro soll Vietnams Pangasius-Industrie vor einem drohenden Zusammenbruch bewahren. Kritiker befürchten jedoch, dass von der Hilfe nur die Verarbeiter, nicht aber die Farmer profitieren und dadurch schließlich der Zuchtsektor wegbricht, schreibt Fish Information & Services (FIS). Derzeit kauft die Industrie keinen Pangasius, weil ihr das Geld fehlt. Daher seien die Preise in der zweiten Juni-Hälfte von 0,85 Euro/kg (1,05 USD) auf 0,70 Euro/kg (0,86 USD) gefallen, sagt Nguyen Viet Thang, Vorsitzender des Fischereiverbandes. Ursache sind die dramatisch gefallene Nachfrage aus der EU und den USA. Insgesamt hätten Farmer im Mekong-Delta im ersten Halbjahr zwar mit 287.000 Tonnen soviel Pangasius exportiert wie im entsprechenden Zeitraum 2011, doch aufgrund der sinkenden Preise sind die Gewinne eingebrochen. Nach Angaben des regionalen Steuerungskomitees für die Tra-Produktion liegen die Kilopreise 0,08 bis 0,16 Euro (0,1 bis 0,2 USD) niedriger als 2011. Jetzt sucht die Branche nach einem Ausweg aus der Krise.

Das Rettungspaket sieht vor, den Verarbeitungsbetrieben zinslose Kredite für die Dauer von vier Monaten zur Verfügung zu stellen, um Pangasius zu einem Preis zu kaufen, der nicht unter dem Erzeugerpreis von 0,85 bis 0,93 Euro (1,05 bis 1,14 USD) liegen darf. Die Vietnamesische Vereinigung der Seafood-Exporteure und -Produzenten (VASEP) hat vorgeschlagen, 100.000 Tonnen Pangasius in Tiefkühlhäusern einzulagern. Farmer halten diese Maßnahme für ungeeignet. "Das würde nur der Industrie Gewinne bescheren, während wir zu Produktionskosten verkaufen, das heißt keinerlei Gewinn haben", kommentiert Le Van Thu, ein Züchter im Bezirk Tan Chau (Provinz An Giang). Die simple Folge: machen die Züchter keinerlei Profit, verlassen sie die Branche und die Verarbeitungsbetriebe haben keinen Fisch. Der stellvertretende Vorsitzende des Fischereiverbandes von An Giang, Nguyen Huu Nguyen, befürchtet, dass die Hilfe zu spät kommt, sollte sie sich verzögern. Denn inzwischen wächst der Pangasius in den Farmen über die Marktgröße. "In der Vergangenheit galten erst Fische ab einem Gewicht von 1,2 bis 1,5 kg als zu groß, während die Verbraucher inzwischen kleinere Fische bevorzugen, so dass jetzt schon Exemplare von 0,9 bis 1,0 kg als übermaßig gelten", meint Nguyen. Falls die Exporteure den Fisch also nicht sofort kaufen, ist er auf den internationalen Märkten unverkäuflich.


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