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News aus der Fischbranche

30.07.2012  MSC prüft mögliche Falschdeklaration bei chinesischem Seelachs

Der Marine Stewardship Council (MSC) untersucht derzeit, ob chinesische Fischverarbeiter Alaska-Pollack aus nicht-zertifizierter russischer Fischerei als MSC-Fisch vermarkten. Diesen Verdacht haben die Genuine Alaska Pollock Producers (GAPP) geäußert, eine Marketingvereinigung für einmal gefrorenen Alaska-Pollack aus US-Fischerei, schreibt das Portal IntraFish. Die GAPP wiederum sei von ihren Kunden in Europa alarmiert worden, erklärt GAPP-Vertreterin Pat Shanahan: "Unsere Kunden teilten uns mit, ihnen sei zweimal gefrorene MSC-zertifizierte Alaska-Pollack-Blockware zum Preis von 2.900 bis 2.990 USD je Tonne (2.353 bis 2.427 Euro/t) angeboten worden." Mit Blick auf die Preise für MSC-zertifizierten Alaska-Pollack, ausgenommen und ohne Kopf (H&G), sei dieser Preis schwer nachvollziehbar, es sei denn, die chinesischen Verarbeiter verwenden nicht-zertifizierten Pollack oder akzeptierten erhebliche Verluste. Die Nachfrage nach zweimal gefrorenem MSC-Pollack sei groß, da die US-Industrie für Blöcke ohne Mittelgräte (PBO) etwa 3.500 USD/t (2.840 Euro/t) verlange, zitiert IntraFish eine "Quelle in der europäischen Fischverarbeitung". Der Insider halte es allerdings auch für möglich, dass chinesische Betriebe Verluste in Kauf nehmen, um Kunden zu binden, dass also kein Etikettierungsbetrug stattfinde.

Ein weiterer Grund für die mögliche Falschetikettierung könnten gegenwärtige Engpässe bei PBO-Blockware sein. Denn die US-Flotte bedient eine steigende Nachfrage nach tiefenthäuteten Filets und Surimi-Rohware, reduziert die PBO-Produktion. So sei beispielsweise die Fastfoodkette Burger King auf deepskin pollock umgestiegen. Deshalb werde wohl auch die B-Saison der Alaska-Pollack-Fischerei weniger PBO liefern. Ein US-Brancheninsider schätzt, dass in diesem Jahr 20.000 bis 25.000 t weniger PBO-Ware produziert werden, dass statt 115.000 t im vergangenen Jahr jetzt nur noch 90.000 t zur Verfügung stehen. Rückläufig sei auch der US-Export von H&G-Pollack nach China. Wurden 2011 noch 25.000 t exportiert, könnte sich diese Menge um 50 Prozent auf 12.500 t halbieren. Bei einer Ausbeute von 70 Prozent standen 2011 noch rund 18.000 t MSC-zertifizierte, doppeltgefrorene Filetblockware zur Verfügung, in diesem Jahr wären es nur noch 9.000 t. Deshalb zeichne sich als Trend ab, das H&G-Pollack aus US-Fischerei mit russischer H&G-Ware gemischt werde, behauptet der IntraFish-Informant. Der MSC nehme die Vorwürfe sehr ernst, betonte MSC-Pressesprecher Simon Edwards. In Kooperation mit der GAPP und den Zertifizierern prüfe man die Vorwürfe gegenwärtig.


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