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News aus der Fischbranche

11.02.2013  Alaska-Seelachs: "Kaum Marktrelevanz für russischen MSC-Pollack vor 2014"

Am kommenden Dienstag, den 12. Februar wird die Alaska-Seelachs-Fischerei im Ochotskischen Meer voraussichtlich ihr MSC-Zertifikat erhalten. Denn die Branche rechne mehrheitlich nicht damit, dass die noch laufende Einspruchsfrist zu größeren Verzögerungen führen werde, schreibt IntraFish. Chefredakteur Drew Cherry hat jedoch festgestellt, dass in diesem Jahr kaum MSC-zertifizierter russischer Seelachs auf dem westlichen Markt zur Verfügung stehen werde. Das hat mehrere Gründe. Theoretisch darf im Falle einer MSC-Zertifizierung auch Ware, die bis zu sechs Monate vor Zertifikatübergabe gefischt worden ist, das blauweiße Logo für Nachhaltigkeit tragen. Der MSC hat als Stichtag den 15. Oktober 2012 festgelegt. Doch in den Kühlhäusern der 35 Mitgliedsunternehmen der Vereinigung der russischen Pollack-Fischer (PCA) liege derzeit keine Ware, teilte der für die Produktkettenzertifizierung (CoC) zuständige Zertifizierer Food Certification International (FCI) mit. Wie bei der US-Fischerei auf Alaska-Pollack (AP) gibt es auch bei der russischen Fischerei zwei Fangsaisons, bei denen jedoch - anders als in den USA - die Fangmengen erheblich variieren. Der Großteil des Alaska-Seelachses wird im Ochotskischen Meer gefangen und hier wiederum 80 Prozent in der A-Saison vom 1. Januar bis 10. April. In der B-Saison vom 15. Oktober bis 31. Dezember werde vor allem die kleinere Quote im Beringmeer ausgefischt.

Aufgrund der Logistik der russischen AP-Verarbeitung müssten weitere zwei bis drei Monate zum Fangdatum hinzugerechnet werden, egal, ob es sich um einfach gefrorene oder zweimal gefrorene H&G-Ware handele. Single-frozen Pollack, von dem Russlands Fischerei sehr wenig produziere, werde in der Regel über den Hafen Busan, die zweitgrößte Stadt in Südkorea, verschifft. Die ersten Container aus der diesjährigen A-Saison könnten im April oder Mai in Europa sein, zitiert IntraFish einen Insider aus der Industrie. Der H&G-Fisch, von dem die Russen 2011 etwa 600.000 t produzierten, wird - normalerweise in China - aufgetaut, verarbeitet, wieder eingefroren und nach Europa verschifft, wo er im Frühsommer eintrifft. Derzeit werden sowohl für russischen wie auch für US-amerikanische Fänge der Saison 13A die Verträge ausgehandelt. Derzeit sei nicht viel Ware am Markt. Der Preis für single frozen PBO-Blöcke liege momentan bei 3.100 bis 3.300 USD - etwa 2.300 bis 2.450 Euro -, sagt ein Akteur. "Vor 2014 wird es nicht viel MSC-zertifizierten russischen Pollack am Markt geben", prognostiziert ein US-Experte. Er befürchtet, dass der starke Quotenanstieg beim Kabeljau in der Barentssee dazu führen könnte, dass mehr ganzer AP für den Konsum in Russland und China abfließen könnte. Dann könnten in den traditionellen Märkten Europa und USA Block- und Filetware fehlen - die Folge wäre ein Preisanstieg 2014.

Lesen Sie zur MSC-Zertifizierung des russischen AP auch im FischMagazin-Archiv:
08.01.2013 Russland: Alaska-Seelachs nähert sich der MSC-Zertifizierung
24.12.2012 Russland: Seelachs-Zertifizierung verzögert sich erheblich
14.12.2012 Alaska-Seelachs: Industrie wartet auf Russlands MSC-Zertifikat



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