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News aus der Fischbranche

07.03.2013  Chile startet Zucht von Schwarzem Seehecht

In Chile wird im Rahmen eines weltweit einmaligen Pionier-Projektes der auf dem Markt gefragte Schwarze Seehecht (Dissostichus eleginoides) gezüchtet, meldet Fish Information & Services (FIS). Nach vierjähriger Forschungsarbeit erhielten die Wissenschaftler im November 2012 erstmals Seehecht-Larven von lebend gefangenen Weibchen. Die Jungfische dienen jetzt als Erstbesatz für eine experimentelle Mastanlage, in der die Technologie innerhalb der kommenden sechs Jahre auf Industrieniveau gehoben werden soll. Ziel sei es, die chilenische Aquakultur, die sich zu 95 Prozent auf verschiedene Lachs- und Forellenarten beschränkt, zu diversifizieren. Da der Schwarze Seehecht - engl. Patagonian toothfish oder Chilean seabass - aus Wildfischerei einen Markt besitzt, versprechen sich die Akteure von einer möglichen Aquakultur des Fisches erhebliche ökonomische und soziale Vorteile für den Süden Chiles. Bislang ist die Initiative mit 6,3 Mio. USD (4,8 Mio. Euro) vom Nationalen Forschungs- und Technologierat Conicyt Fondef und mit weiteren 2,7 Mio. USD (2,1 Mio. Euro) von der La Araucana Education Corporation gefördert worden. Beteiligt sind außerdem mehrere Universitäten, Privatunternehmen sowie internationale Fachleute.

Die Zucht des Schwarzen Seehechts bietet einige Herausforderungen, andererseits hat sich der in den Gewässern um die Antarktis beheimatete Tiefseefisch in vielen Punkten als pflegeleicht erwiesen. Der barschartige Fisch, der bis zu zwei Meter lang werden kann, lebt in kalten Gewässern in rund 1.200 Metern Tiefe. Für die Zucht wurden rund 60 Fische gefangen - zu 80 Prozent Weibchen - , von denen 2012 nur zwei Tiere in der Gefangenschaft gestorben seien. Nach einer Phase der Anpassung habe er sich als robust und fügsam gezeigt. Als Schwierigkeit erwies sich zunächst, dass die Seehechte als Futter lebende Fische benötigten, schließlich akzeptierten sie jedoch künstliches Futter. Die Fische werden in abgedeckten schwarzen Becken gehalten, um ihre natürliche Umgebung zu simulieren, und zwar im Hinblick auf Temperatur, Licht sowie sämtliche Parameter, die sich kontrollieren lassen. In der Versuchsanlage von Fundación Chile sollen die Jungtiere innerhalb von drei Jahren auf ein Marktgewicht von 7 kg abwachsen. Verschiedene Kosten-Nutzen-Rechnungen hätten ergeben, dass der Schwarze Seehecht in jedem Fall landgestützt gezüchtet werden muss. Angesichts von Marktpreisen bis zu 17,- USD/kg (13,- Euro) bei durchschnittlichen Produktionskosten von 10,- USD/kg (7,70 Euro) bestünde "eine sehr interessante Spanne", meint Alberto Reyes, der das Projekt seit dem Jahre 2008 leitet.


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