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27.04.2015  Deutschland: MSC-Siegel für den "Rügenhering"

Deutschland: MSC-Siegel für den "Rügenhering"

Die Erzeugergemeinschaft der Nord- und Ostseefischer hat vergangene Woche für ihre Schleppnetzfischerei auf den Hering in der westlichen Ostsee das MSC-Zertifikat erhalten. (Foto: Lena Ganssmann/MSC)
Die Erzeugergemeinschaft der Nord- und Ostseefischer hat vergangene Woche für ihre Schleppnetzfischerei auf den Hering in der westlichen Ostsee das MSC-Zertifikat erhalten, teilt der Marine Stewardship Council (MSC) mit. Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, gratulierte der Fischerei am Dienstag anlässlich der Zertifikatsübergabe in Schwerin für ihre langjährigen Bemühungen um eine nachhaltige Bewirtschaftung des Heringsbestandes. Dank des MSC-Siegels erhalten die Fischer von ihren Abnehmern jetzt einen höheren Preis. Das bestätigte Dr. Uwe Richter, Geschäftsführer der Euro-Baltic Fischverarbeitungs GmbH in Sassnitz: "In Deutschland fordern viele wichtige Handelshäuser, Markenproduzenten und verarbeitende Unternehmen einen Nachhaltigkeitsnachweis für die Rohware. Die MSC-Zertifizierung liefert diesen Nachweis. Den dadurch entstandenen Marktvorteil können wir an die gesamte zertifizierte Heringsfischerei weitergeben und den Fischern ab sofort, je nach Größensortierung, bis zu 30 Prozent mehr pro Kilo zertifizierten Hering bezahlen."

Die zertifizierte Heringsfischerei setzt pelagische Schleppnetze ein, die von jeweils zwei Kuttern durch das offene Wasser gezogen werden. Die Auswirkungen dieser als "Tucken" bezeichneten Zweiboot-Technik auf den Meeresboden sind gering, da die Netze diesen in der Regel nicht berühren. Gefischt wird ausschließlich nachts, denn erst in der Dunkelheit folgen die Heringe ihrer Beute in Richtung Wasseroberfläche. Der Heringsbestand der westlichen Ostsee mischt sich im Kattegat und Skagerrak mit jenem der Nordsee. Die Bewirtschaftung erfolgt gemeinsam durch die Europäische Union und Norwegen. Im April 2014 einigten sich die Beteiligten erstmals auf ein Verfahren zur Festsetzung der Fangmengen. "Diese Einigung war ein wichtiger Schritt hin zu einem Management, das auf eine nachhaltige, optimale Nutzung des Heringsbestandes in der westlichen Ostsee ausgerichtet ist", bestätigt Dr. Christopher Zimmermann, Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, "seit 2011 steigt der Heringsbestand an und das Gesamtgewicht der Elterntiere hat den grünen Bereich 2014 wieder erreicht." Die 38 MSC-zertifizierten Kutter der EG dürfen in diesem Jahr 6.700 Tonnen Hering fangen.

Lesen Sie hierzu auch im FischMagazin-Archiv:
16.02.2015 Ostsee-Hering: MSC-Zertifikat eventuell noch dieses Frühjahr
13.11.2014 Ostseefischer: Bundesagrarminister Schmidt unterstützt MSC-Zertifizierung
14.10.2014 Ostsee: Heringsquote steigt, Dorschquote sinkt

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