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13.04.2017  Anteil nachhaltig bewirtschafteter Fischbestände in EU-Gewässern bei 60%

Anteil nachhaltig bewirtschafteter Fischbestände in EU-Gewässern bei 60%

Die fischereiliche Sterblichkeit als Maß für die Entnahme aus dem Bestand hat deutlich abgenommen. Foto: Doggerbank Seefischerei.
Der wissenschaftliche, technische und ökonomische Ausschuss der EU (STECF) hat in seinem aktuellen Bericht über sein Monitoring der europäischen Fischereipolitik neue Daten über die Fischerei in europäischen Gewässern vorgelegt. Das teilt der Verband Deutscher Kutter- und Küstenfischer mit. Danach ist die Biomasse der Fischbestände im Durchschnitt angestiegen und der Zustand der Bestände hat sich verbessert, schreiben die EU-Experten. Sie bewerteten den Zeitraum von 2003 bis 2015 und konnten folgende Entwicklungen dokumentieren:

Der Anteil der nachhaltig befischten Bestände ist in diesem Zeitraum von 30 % auf rund 60 % angestiegen.

Die Daten für die Bestandsbiomasse zeigen an, dass der Anteil der Bestände außerhalb sicherer biologischer Grenzen von 65 % in 2003 auf 38 % in 2015 gesunken ist. Die fischereiliche Sterblichkeit als Maß für die Entnahme aus dem Bestand hat deutlich abgenommen.

Eine große Zahl der Bestände erreicht demnach die Ziele der letzten Reform bereits deutlich vor dem Stichjahr 2020.

Besonders erfreulich für die deutsche Fischerei ist die Tatsache, dass nachhaltig bewirtschaftete Bestände bereits steigende Fangmöglichkeiten eröffnet haben. Dies ist besonders eindrucksvoll bei Nordseeschollen, Hering, Seehecht und Seelachs. Sogar der Nordseekabeljau, einst die Symbolart für überfischte Bestände in Europa und von den Umweltverbänden voreilig als "vom Aussterben bedroht" eingestuft, zeigt einen eindrucksvollen Wiederanstieg des Bestandes und erlaubt steigende Fangmengen.

Die Ursachen für diese Erfolge liegen in einer konsequenten Orientierung der Quotenfestsetzung an nachhaltigen Zielwerten und dabei ein schrittweises Vorgehen über mehrere Jahre mit einer wirksamen Kontrolle. Die Flottenkapazitäten der Mitgliedsstaaten sind an die verfügbaren natürlichen Ressourcen angepasst worden. Dementsprechend hat sich die wirtschaftliche Lage der Fischereibetriebe in bestimmten Sektoren deutlich verbessert. Dabei haben die in den letzten Jahren gesunkenen Treibstoffpreise geholfen.

Die schlechten Nachrichten in dem Experten-Report betreffen das Mittelmeer. Hier hat sich die Bestandssituation im Zeitraum von 2003 bis 2015 nicht verbessert. Die große Mehrzahl der Bestände ist weiterhin deutlich überfischt. Hoffnung macht hier allein der Bestand des wichtigen Blauflossenthuns, der einen deutlichen Wiederanstieg zeigte.




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