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27.06.2017  Schottland: Pressekampagne trotz sinkender Abschüsse von Kegelrobben

Schottland: Pressekampagne trotz sinkender Abschüsse von Kegelrobben

Aktuell veröffentlichte Zahlen zu Abschüssen von Kegelrobben an schottischen Lachszuchten haben in Großbritannien einen Aufschrei in der Publikumspresse bewirkt.
Aktuell veröffentlichte Zahlen zu Abschüssen von Kegelrobben an schottischen Lachszuchten haben in Großbritannien einen Aufschrei in der Publikumspresse bewirkt. Die britische "Times" titelte vor drei Tagen "Robben erschossen um Waitrose-Lachs zu schützen". Weitere bekannte Titel folgten, darunter das frei verteilte Tabloid "Metro": "Robben werden geschossen, um ethisch korrekten Lachs, verkauft in britischen Supermärkten, zu schützen". Der "Mirror Online" schrieb, dass es in den Weltmeeren nur noch 400.000 Kegelrobben gebe, und zitierte Andy Ottaway, Kampagnenleiter bei der Seal Protection Action Group (SPAG): "Die Unternehmen, die die meisten Robben abschießen, sind Marine Harvest, die Sainsburys und Waitrose beliefern, sowie Scottish Sea Farms, die Marks and Spencers beliefern." Und: "Es gibt auf der Welt weniger Kegelrobben als Afrikanische Elefanten, aber weil sie in britischen Gewässern konzentriert sind, glauben die Menschen, dass es ihnen gut geht." Abschließend zitiert "The Times" den Marine Harvest-Manager Ben Hadfield mit den Worten: "Wenn die Robben den Fisch angreifen, dann schießen wir sie ab wie ein Bauer Füchse tötet."

Tatsächlich haben schottische Lachszüchter im vergangenen Jahr 38% weniger Robben getötet als im Jahr zuvor, so die regierungsamtlichen Daten. Die Zahl von 99 getöteten "seals" ist die niedrigste, seit Schottlands Regierung im Jahre 2011 ein Lizenzprogramm einführte, unter dem die Abschüsse von Robben überwacht werden. "Diese Zahl entspricht einem Rückgang von fast 80% im Vergleich zu jenen 459 Robben, die 2011 abgeschossen wurden. Und angesichts eines im April 2016 eingeführten dreijährigen Verbots der Küstenfischerei sollte diese Zahl 2017 noch weiter fallen", teilte sogar die erwähnte Robbenschutzorganisation SPAG mit, die gleichzeitig ankündigte: "Während durch die Kampagne schon tausende Robben gerettet wurden, wird die SPAG nicht eher ruhen, als bis das Töten endgültig eingestellt ist." So fordert die SPAG Regierung und Lachsindustrie auf, auf eine Einstellung der Abschüsse bis zum Jahre 2020 hinzuarbeiten. Die Forderung reagiere auch auf eine Entscheidung der USA, den Import von schottischem Lachs in fünf Jahren zu verbieten, wenn das Töten von Robben bis dahin nicht abgestellt sei. Immerhin importiert das Land jährlich schottischen Lachs im Wert von etwa 200 Mio. GBP, mehr als 227 Mio. Euro.

Lesen Sie hierzu auch im FischMagazin-Archiv:
11.09.2015 Schottland: Seehund-Abschüsse befeuern Kampagne gegen Lachszucht
01.09.2015 Schottland: Fischzüchter schießen weniger Robben
02.12.2011 Marine Harvest will Tötung von Robben verringern

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