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29.08.2017  Nordsee: "So viel Speisefisch wie seit 50 Jahren nicht mehr"

Nordsee: "So viel Speisefisch wie seit 50 Jahren nicht mehr"

In der Nordsee gibt es derzeit "so viele Speisefische wie seit 50 Jahren nicht mehr", meldet der Deutsche Fischerei-Verband (DFV). Zu verdanken ist dies insbesondere guten Herings- und Schollenbeständen.
In der Nordsee gibt es derzeit "so viele Speisefische wie seit 50 Jahren nicht mehr", meldet der Deutsche Fischerei-Verband (DFV). Das ist insbesondere den guten Beständen von Nordseehering und Scholle zu verdanken. Beim Hering schätzte der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) den Bestand der Elterntiere - die Spawning Stock Biomass (SSB) - im Jahre 1967 auf etwa eine Million Tonnen. Heute sind es laut ICES zwei Millionen Tonnen. Der Bestand der Scholle sei sogar nahezu dreimal so hoch wie zu Beginn der wissenschaftlichen Datenreihen 1957: damals gab es 342.000 Tonnen SSB, heute schwimmen nach ICES-Schätzungen fast eine Million Tonnen erwachsene Schollen in der Nordsee. Der Nordsee-Kabeljau liege mit seiner derzeitigen Bestandsgröße von 168.000 Tonnen SSB zwar unter jener von 1967, als die SSB 252.000 Tonnen betrug. Doch seit seinem Tiefpunkt im Jahre 2006 mit 44.000 Tonnen SSB sei der Bestand enorm gewachsen und habe erstmals wieder eine Größe erreicht, die über dem Schwellenwert für den höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrag liege. Bis 2019 könnte die Bestandsbiomasse auf mehr als 215.000 Tonnen anwachsen.

"Bei anderen, kleineren Beständen wie Seezunge oder Seelachs zeigen sich ebenfalls die Erfolge der Bewirtschaftungsmaßnahmen der letzten Jahre", teilt DFV-Sprecher Claus Ubl mit, "sie bilden stabile Bestände mit wachsenden Erträgen." Doch nicht für alle Bestände der Nordsee reichen die Datenreihen des ICES bis 1967 zurück. So lebt die nordostatlantische Makrele nur zu bestimmten Zeiten in der Nordsee. Unberücksichtigt blieben auch die überwiegend kleinen, kurzlebigen Arten, die für die Fischmehl- und Fischölproduktion gefangen werden. Denn ihre Bestandsgröße unterliegt erheblichen Schwankungen. "Da aber mit Hering und Scholle die beiden derzeit wichtigsten Bestände in der Nordsee erfasst sind, kann man davon ausgehen, dass in der Nordsee die Menge an Speisefischen in den letzten 50 Jahren nie so groß war wie heute", meint Ubl und mokiert sich über negative Medienberichte zum diesjährigen "Tag der Fische" am 22. August: "Man hätte demzufolge auch die Erfolge der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU der letzten Jahre hervorheben können." DFV-Präsident Holger Ortel kommentiert: "Wer heute immer noch von leergefischten Meeren redet, hat offensichtlich die Fähigkeit verloren, die Realität zu erkennen."

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