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11.10.2017  Ostsee: Schlechte Perspektiven für marine Aquakultur

Ostsee: Schlechte Perspektiven für marine Aquakultur

Die Referenten der BUND-Veranstaltung "Weitsicht für die Ostsee" bei der Diskussionsrunde (v. l.): Dr. Bettina Taylor, Dr. Sebastian Rakers, Valentin Eckart, Dr. Roland Lemcke, Hans-Peter Damian, Marc-Philip Buckout, moderiert von Dr. Claudia Bielfeldt (vorne).
Eine Aquakultur in der Ostsee, die keine zusätzliche Nährstoffbelastung für das Meer bedeutet, ist kaum möglich. Das ist das Fazit der Fachveranstaltung "Weitsicht für die Ostsee - Chancen und Risiken der Fisch-Aquakultur", die das Meeresschutzbüro der Umweltorganisation BUND gestern in Kiel durchführte. "Fast die gesamte Ostsee ist eutrophiert", teilte Hans-Peter Damian vom Umweltbundesamt mit: "Die Nährstoffkonzentrationen liegen in fast allen Becken deutlich über den Schwellenwerten für den guten Zustand."

Eine Option könnten allerdings integrierte multitrophische Aquakulturanlagen (IMTA) sein, die Dr. Sebastian Rakers von der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik (EMB) vorstellte. Derzeit laufe beispielsweise ein Projekt mit der Dicklippigen Meeräsche (Chelon labrosus), das Chelon-Projekt: da die Äschen nennenswerte Mengen an Abfall-Futter verwerten, können sie den Umwelteinfluss der Farm reduzieren.

Das EU-Projekt InnoAquaTech (Referent: Valentin Eckart/BioCon Valley) setzt hingegen auf Kreislaufanlagen, die in internationaler Zusammenarbeit als nachhaltige Aquakulturverfahren für die südliche Ostseeregion entwickelt werden. Während BUND-Biologin Dr. Bettina Taylor die "Blue Growth"-Strategie, die ein Wachstum der Aquakultur vorsieht, skeptisch betrachtet, plant der Ostseeanrainer Dänemark im Kattegat Aquakulturanlagen auf einer Fläche von 600 Quadratkilometern. Gleichzeitig ist das Land allerdings auch Vorreiter im Hinblick auf großmaßstabige landgestützte Kreislaufanlagen, die derzeit schon Lachs, Zander und Gelbschwanzmakrele produzieren.

Lesen Sie zur Aquakultur in der Ostsee-Region auch im FischMagazin-Archiv:
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