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News aus der Fischbranche

30.08.2018  Ostsee: Hering verliert voraussichtlich MSC-Zertifizierung

Die deutsche Herings-Schleppnetzfischerei in der westlichen Ostsee wird voraussichtlich in wenigen Wochen das MSC-Siegel verlieren. Der Hintergrund: im Frühjahr war der Richtwert für eine nachhaltige Bestandsbiomasse an Heringen von 90.000 auf 120.000 t nach oben korrigiert worden. Da der aktuelle Heringsbestand in dem Gebiet bei nur 105.000 t liege, gelte der Hering dort als gefährdet, was eine nachhaltige Fischerei ausschließe. Am 25. Juli 2018 war die Fischerei unter Berücksichtigung des neuen Richtwertes turnusgemäß auditiert worden. Dazu teilte die Sprecherin des Marine Stewardship Councils (MSC) in Berlin, Gerlinde Geltinger, mit: "Wir gehen aufgrund der neuen Informationen davon aus, dass in dem für den 21. September erwarteten Auditbericht die Suspendierung ausgesprochen wird."

Die Schleppnetzfischer im Nordosten befüchten nun erhebliche Einkommenseinbußen. Unzertifizierter Fisch erziele deutlich geringere Preise und gelte in Deutschland als nahezu unverkäuflich, sagt Kai-Arne Schmidt, Geschäftsführer der in Cuxhaven ansässigen Kutterfisch-Zentrale. Sie befischt mit acht Schiffen in Sassnitz rund 50 Prozent der deutschen Ostseequote für Hering. Im EuroBaltic-Fischwerk in Sassnitz prüft Geschäftsführer Dr. Uwe Richter derzeit, wie unzertifizierter Fisch auf dem nationalen und in internationalen Märkten platziert werden könne.

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