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09.01.2019  Verlorene Container der "MSC Zoe" gefährden die Fischerei

Verlorene Container der "MSC Zoe" gefährden die Fischerei

Die Nordseefischer leiden unter den Folgen der "Zoe"-Havarie: in ihren Netzen landen etwa Handdampfreiniger (Foto), Kompressoren oder Flachbildschirme. Schlimmer: es drohen Kollisionen mit dem Müll und Hakstellen am Meeresgrund. (Foto: Hendrik van der Ploeg)
Die Havarie des größten europäischen Containerschiffs, der "MSC Zoe", kann die Fischerei in der Nordsee erheblich gefährden, und das auch noch auf Jahre hinaus. Das Schiff mit einer Kapazität von bis zu 19.000 Containern hatte Anfang Januar 270 von ihnen vor der niederländischen und der niedersächsischen Küste verloren. "Die verlorene Ladung landet inzwischen in den Netzen der Fischer", teilt der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer (VDKK) mit. So habe Kapitän Hendrik van der Ploeg vom Fischkutter GRE 3 "Germania" nicht schlecht gestaunt, als er in seinen Baumkurren jede Menge Handdampfreiniger fand. Fischerkollegen aus dem holländischen Zoutkamp berichten außerdem von Fängen, die von Kompressoren über Flachbildschirme bis hin zu Sandalen reichen. "Das klingt zunächst harmlos, aber die verlorengegangenen Container sind eine große Gefahr für die Fischerei", sagt VDKK-Sprecher Claus Ubl, "sie treiben zum Teil knapp unter der Wasseroberfläche und werden vom Radar nicht erfasst."

Damit entstünden bei stürmischer See große Kollisionsrisiken für Schifffahrt und Fischerei. Sind die Gegenstände endgültig untergegangen, entstehen Hakstellen. "Im besten Fall wird dadurch nur das Netz zerrissen. Sie können aber auch zu schweren Unfällen und zum Kentern der Kutter führen. Dabei haben schon Kapitäne und Mannschaften ihr Leben verloren", warnt Ubl. Der Fischer Gerold Conradi bezweifelt, dass die verantwortliche Reederei bei den zugesicherten Bergungsmaßnahmen alle 270 Container aufspüren und bergen werde - und mokiert sich: "Wenn wir ein Fanggerät verlieren, müssen wir es wieder bergen." Die Befürchtungen resultierten unter anderem aus einem ähnlichen Unfall vor etwa 30 Jahren: die der Fischerei damals entstandenen Hakstellen seien auch heute noch in den Seekarten der Fischer verzeichnet und hätten zum Verlust von Fanggebieten geführt. Werden Teile der verlorengegangenen Ladung im Sand eingespült und erst später wieder freigelegt, fürchten die Fischer, noch in Jahren Handdampfreiniger zu fischen.

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