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Ehrenpreis Lebenswerk 2015

Antje Blum

Antje Blum

22 Millionen Exemplare ‚Fisch + Tipps‘ für die Fisch-Verkaufsförderung

Über 22 Millionen Exemplare von Fisch +Tipps, dem Kundenmagazin des Fischhandels, hat Antje Blum in 20 Jahren verkauft. Die Speerspitze des deutschen Fischfachhandels – ob LEH, SB-Warenhaus, C&C oder Fischhändler – nutzt dieses „wunderbare Instrument, um mehr zu verkaufen“. Beliebt beim Kunden auch als Sammelobjekt, ist Fisch +Tipps zu einer Institution des Fischhandels geworden.

Was ist ein toller Fisch, eine beeindruckende Meeresfrucht ohne einen passenden Zubereitungstipp ? Das gilt umso mehr in einer Zeit wachsender Angebotsvielfalt, in einer Zeit, in der 88 Prozent unserer Speisefische und Seafood-Produkte importiert werden, aus aller Welt stammen, nicht mehr nur aus dem Nordostatlantik, der Ostsee und der Binnenfischerei. Vor 20 Jahren war es, als Antje Blum mit einer Idee schwanger ging: „Schon 1995 hatten wir ein großes Importsortiment, aber außer Rotbarsch, Makrele und Dorsch kannten die Kunden doch keine Fischsorten“, beschreibt die Verlegerin und Journalistin pointiert jene Tage, als sie Peter Koch-Bodes geradeheraus fragte: „Soll ich Euch eine Kundenzeitschrift machen ?“ – „Jo, min Deern, mook man“, antwortete ihr jovial der Vorsitzende des Fachverbandes ‚Der Fischfachhandel‘. Und die Deern startete ihr Objekt „Fisch +Tipps“.

Fünf Fisch + Tipps-Ausgaben pro Jahr

Antje Blum
Einen Großteil der Rezept-Fotos in Fisch + Tipps produziert Antje Blum selber oder lässt sie im Kochstudio erstellen.
Im Sommer 2015 gibt es die Kundenzeitschrift jetzt 20 Jahre. Zunächst viermal, inzwischen fünfmal im Jahr liegt eine neue Ausgabe von Fisch +Tipps am Point of Sale des Fischhandels – ein Heft für jede Jahreszeit und zusätzlich ein Festheft für die Weihnachtszeit. Die verkaufte Gesamtauflage des 24-seitigen nützlichen Helfers bei der Gestaltung des Verbraucher-Speiseplanes liegt inzwischen bei insgesamt 22,2 Millionen. Laut einer Erhebung erreicht jedes Fisch + Tipps-Heft fast drei Leser – ergo: statistisch haben seit 1995 drei von vier Bundesbürgern das Kundenmagazin für den Fischhandel mindestens einmal in der Hand gehabt. Diese Zahlenspielerei ist nur ein Weg zu veranschaulichen, was Antje Blum seit 1995 für den Fischfachhandel in Deutschland geleistet hat.

Dabei war der früheren Stewardess der Fisch nicht in die Wiege gelegt. Vor der ersten Ausgabe von Fisch +Tipps habe sie nicht mehr Ahnung von Fisch gehabt als ein durchschnittlich interessierter Verbraucher, gesteht Antje Blum. Doch die langjährige Food-Journalistin wusste, wie man eine Kundenzeitschrift macht. Fünf Jahre lang war sie Redakteurin bei der Edeka-Kundenzeitschrift „Die kluge Hausfrau“ (Auflage: 1,7 Mio./Woche) und schließlich war sie im Bauer-Verlag sechs Jahre lang als Leiterin der Food-Zentralredaktion verantwortlich für 16 Titel mit insgesamt 500 Food-Seiten und einer wöchentlichen Gesamtauflage von 33 Millionen Exemplaren. „Bei Bauer habe ich gelernt, wie man Zeitschriften macht – Analysen, Leserbefragungen.“ Nachdem 1990 der ‚Eiserne Vorhang‘ gefallen war, etablierte Antje Blum für den Springer-Verlag von Budapest aus drei Jahre lang Lebensmittel-Zeitschriften in Osteuropa.

Fisch + Tipps startete 1995 mit etwa 20 Abonennten und einer verkauften Auflage von 12.000 Exemplaren. „Davon konnte ich gerade die Druckkosten bezahlen“, erinnert sich die Verlegerin. Den Durchbruch habe ihr ein Vortrag beschert, den sie auf der Internationalen Grünen Woche im Rahmen des von Werner Prill moderierten „Fischforums“ hielt. „Ich sollte den Fischeinkauf aus der Sicht des Verbrauchers schildern – und das ist ja meine Welt. Ich hatte mir Comics zeichnen lassen und konnte es lustig vortragen“, beschreibt Antje Blum den Auftritt. Die Folge: Karstadt-Chefeinkäufer Klaus Uhlendorf, Zuhörer im Auditorium, abonnierte die neue Kundenzeitschrift, ohne sie überhaupt gesehen zu haben: „Diese 30.000 Hefte für Karstadt haben mich gerettet“, beschreibt die Journalistin das Take-Off für Fisch +Tipps. Heute abonnieren SB-Warenhäuser zwar nicht mehr die Hälfte, aber immer noch knapp ein Viertel der Auflage von derzeit 200.000 Stück. Der klassische Lebensmitteleinzelhandel kauft 86.000 Fisch + Tipps-Hefte, der Fischfachhandel hat 42.500 Stück abonniert und die Cash & Carry-Märkte nehmen von jeder Auflage 18.500 Hefte ab.

Zehn Karpfen-Rezepte auf einer Doppelseite

Den Schwerpunkt des Magazins bilden „verlockende Rezeptideen“. Diese Zubereitungstipps sind es auch, die das Gros der Leser zu Fisch + Tipps-Sammlern werden lässt. Nahezu unübertroffen ist die präzise Kürze, auf die Antje Blum jeden Rezepttext eindampft. „Bei eineinhalb Spalten pro Rezept wüsstest Du gar nicht mehr, an welcher Stelle Du bist – hier weißt Du das“, begründet sie eine Länge von in der Regel nicht mehr als 15 Zeilen. Besonders beeindruckend umgesetzt ist dieser Ansatz aktuell im ‚Fisch +Tipps Festheft 2014‘ am Beispiel des Karpfens. Zehn unterschiedliche, leicht zu realisierende Karpfen-Rezepte hat Antje Blum auf einer Heftdoppelseite vereint – einschließlich Vorspann und Fotos. Aufklärerische Intention der Karpfen-Mission: zu beweisen, „wie liebevoll der Verwandlungskünstler vielerorts zubereitet und geschätzt wird“.

Antje Blum
Für den Springer-Verlag etablierte Antje Blum nach der Öffnung Osteuropas von Budapest aus drei Jahre lang Lebensmittel-Zeitschriften in Osteuropa.
Neben den in jedem Heft enthaltenen gut 20 Rezepten bietet Fisch + Tipps in zehn Rubriken mehr als Zubereitungsempfehlungen. „Fisch +Fernweh“ entführt den Leser in klassische Herkunftsländer unserer Fischprodukte. Immer wieder ist Antje Blum persönlich vor Ort gewesen, hat schon früh Reisen der Fischfachhändler etwa nach Island oder Norwegen begleitet oder auf Einladung einschlägiger Marketing-Organisationen in Alaska, Irland und Schottland, Südafrika und Vietnam Fischerei und Fischverarbeitung besucht. Auch für die Rubrik „Fisch + Farming“ liefern diese Exkursionen die Basis für eine neutrale, informative Berichterstattung über die Aquakultur. „In der Tagespresse liest der Verbraucher nur die Schreckensmeldungen – wir verstehen unsere Rubrik als vertrauensschaffende Maßnahme“, beschrieb vor zehn Jahren Antje Blums Neffe Andreas Bergmann das Selbstverständnis. Mehr als ein Jahrzehnt lang war er im Auftrag von Fisch + Tipps international unterwegs, viel zu früh verstarb er im Sommer 2013 im Alter von 53 Jahren.

In Rubriken wie „Fisch + Fragen“ oder „Fisch + Fit“ bedient das Kundenmagazin den Wissensdurst des interessierten Fischliebhabers. „Wir beantworten sehr viele Leserfragen, die auch im Fischgeschäft gestellt werden“, sagt Antje Blum: „Welche Garzeit muss ich einhalten ? Mein Mann hatte einen Herzinfarkt – wieviel Makrele darf er essen ? Was ist eine Omega 3-Fettsäure ?“ Eine Kinderseite erklärt in altersgemäßer Sprache alle spannenden Fische von Aal bis Zander – Beispiel Seehase: „Dieser Hase legt wirklich Eier!“ – oder beschreibt Branchenthemen wie die Aquakultur: „Züchtiges mit Zukunft“. „Die bunten, informativen Seiten werden im übrigen mindestens genauso gerne von Erwachsenen gelesen, damit sie endlich mal ‚was verstehen“, verrät die Herausgeberin. Nach zehn Jahren Kinderseite erschien 2011 ein eigenes Buch, das dem Nachwuchs Wissenswertes über Fischfang und Aquakultur, Nährwerte und Nachhaltigkeit vermittelt und ein großes Who‘s who der Wasserbewohner enthält: „Fabelhafter Fisch zum Futtern – Ein Fischbuch für Kinder“.

Fisch-Informationskarten für 150 Arten

Wie diese Fisch-Fibel für Kinder gehören zum weiteren Verlagsprogramm auch die gefragten Fisch-Informationskarten für inzwischen 150 Arten: jede enthält Rezept, Steckbrief, Infos zu Lebensraum, Fang, Farming, Garmethoden und -zeiten, bebilderte Hinweise für Filetierung oder Schälung und einen ‚Wellness-Tipp‘. Der Fischhändler bestellt die Karten für jene Sorten, die er im Sortiment führt oder für erklärungsbedürftig hält. Für die Präsentation bietet der Verlag alternativ Acryl-Theken-Aufsteller oder edle Edelstahl-Wanddisplays im Modulsystem, in denen die Karten besonders ansprechend wirken. Mindestbestellmenge: vier Kartensätze zu je 250 Karten. Auf Kundenwunsch entwirft Antje Blum auch neue Karten für Spezies, die noch nicht im Sortiment sind: „Das ist Fullservice. Gerade schreibe ich eine Karte für den Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus), den Überträger der Krebspest.“ Diese Zusatzleistung sei keine Belastung: „Die Recherche macht mir Freude.“ Weil immer wieder Kunden nur eine Karte von jeder Fischart orderten, das Packen von 90 Karten für einen Cent-Preis pro Stück aber zu aufwendig wäre, gibt es die Arten-Karten gesammelt in einem Buch, erweitert um ein Glossar: „Das Fischbuch enthält außerdem die lateinischen und vier internationale Namen für rund 100 Arten.“

Eigener Heftumschlag für Großkunden

Die Vertriebslogistik für Fisch +Tipps ist aufwendig – eine Herausforderung, der nicht jede Druckerei gewachsen ist. Denn auf Kundenwunsch erhalten die Hefte ab 300 Exemplaren einen Logo-Aufdruck auf der Titelseite, und zwar ein- bis vierfarbig. Großkunden wie die Edeka erhalten auf Wunsch einen individuellen Firmenumschlag, wobei sie dann auch die Seiten U2 und U3, das heißt die Innenseiten des Covers, gestalten und eigene Produkte vorstellen oder Mitteilungen drucken können. Blum: „Ich kündige diesen Kunden vorab den Inhalt des Heftes an, so dass beispielsweise Sven Mutschler von der Edeka Minden-Hannover in seinem persönlichen Editorial hierauf eingehen kann.“

Derzeit zählt Fisch + Tipps bundesweit mehr als 600 Abonnenten über alle vier genannten Vertriebslinien. Fischliebende Endverbraucher können auf der Internetseite von Fisch + Tipps nach Fischhändlern im Einzugsbereich ihres Heimatortes suchen, die das Heft führen. Die Mindestabnahme für Händler beläuft sich auf 300 Exemplare pro Ausgabe, der Preis liegt bei maximal 35 Cent je Heft. Erstmals seit zehn Jahren habe es jetzt eine Preiserhöhung für Fisch + Tipps gegeben. Im Gegenzug wurde die Papierqualität angehoben, das Papiergewicht von 90 auf 190 Gramm mehr als verdoppelt. „Doch 0,35 Euro pro Heft und Quartal – das hat der Händler schon bei einem Bon wieder drin“, meint Antje Blum.

„Ich möchte mein Heft weitermachen“

Wer es wagt, die Verlegerin auf das Thema Ruhestand anzusprechen, erhält eine persönliche Definition von Unruhestand. „Ich hab‘ soviel Freude daran, dieses Heft zu machen, das glaubst Du gar nicht. Golfen, Kreuzfahrt oder Seniorenstudium – das ist nicht meine Welt. Ich möchte nicht Kunstgeschichte studieren, ich möchte mein Heft weitermachen.“ Und wer genau wissen will, wie lange „die Mutter aller Fische“ – so ein Verbandsvertreter – die Branche noch mit ihrem wunderbaren Verkaufsinstrument begleiten wird, dem verrät Antje Blum: „Ich werde 100.“ bm



Antje Blum’s Verlag GmbH




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An Landweg 6
25767 Röst
Email: antje.blum@fisch-und-tipps.de
Telefon: 04835-950100
Telefax: 04835-950102


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