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11.12.2020  Fischfutter: MSC-Verlust bei Hering und Wittling schlecht für Zuchtlachs

Die anstehende Aberkennung des MSC-Zertifikats für die Fischereien auf den Atlanto-Skandischen Hering und auf Blauen Wittling ist auch eine "schlechte Nachricht" für die auf Nachhaltigkeit fokussierte Lachszucht. Der Verlust der MSC-Zertifizierung werde den Druck auf den Lachssektor weiter erhöhen, den Anteil mariner Bestandteile im Fischfutter zu senken, meint Dave Robb, Direktor für Nachhaltigkeit beim weltweit zweitgrößten Produzenten von Aquakulturfutter, Cargill Aqua Nutrition mit Hauptsitz in den USA. Insbesondere der seit mehr als einem Jahr drohende Zertifikatsverlust für die Wittlingsfischerei beschäftigte Cargill. Denn der Aufbau einer zertifiziert nachhaltigen Lieferkette für sämtliche Rohmaterialien ist insbesondere für die Lachsindustrie von Bedeutung. Bedauerlicherweise habe sich der Verlust des MSC-Zertifikats bei der Makrelenfischerei nicht auf das Kaufverhalten ausgewirkt, meint Robb.

Doch Cargill habe gemeinsam mit seinen Kunden beschlossen, sollte der Blaue Wittling seine MSC-Zertifizierung verlieren, ab 2021 keinen Fisch mehr zu kaufen, bevor das Management derart optimiert worden sei, dass die Fischerei rezertifiziert werden könne. Das sei möglich, weil Cargill die letzten zwei Jahrzehnt darin gearbeitet habe, nicht von einer einzigen Rohware oder einem einzigen Lieferanten abhängig zu sein. Die Cargill-Entwicklungsabteilung habe alternative Futterrezepturen entwickelt mit unterschiedlichsten Inhalten von Fischmehl oder anderen Rohwaren, etwa Proteinen aus terrestrischer Erzeugung - auch wenn letztendlich Blauer Wittling aus einer nachhaltig gemanagten Fischerei im Nordostatlantik die beste Option sei, meint Dave Robb.

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