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17.11.2008  Dorschleber aus Nord- und Ostsee "für Verzehr nicht geeignet"

Dorschleber aus Nord- und Ostsee "für Verzehr nicht geeignet"

"Dorschleber aus Nord- und Ostsee ist für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet", resümierte Dr. Horst Karl (Max Rubner-Institut). Zahlreiche Produkte enthalten zuviel Dioxin und dioxinähnliche PCB.
Die Leber von Kabeljau und Dorsch, die in Nord- und Ostsee gefangen werden, enthält soviel Dioxin und dioxinähnliche PCB, dass Wissenschaftler von einem Verzehr dieses Produktes abraten. Das teilte Dr. Horst Karl vom Max Rubner-Institut (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel) heute auf einer Fortbildungsveranstaltung des Bezirksamtes Hamburg-Altona mit. Dorschleber ist grundsätzlich ein wertvolles funktionelles Lebensmittel. Ebenso wie der Lebertran, das aus der Dorschleber gewonnene Öl, ist das Produkt reich an Vitamin D und A sowie ungesättigten Fettsäuren. Doch in der Leber der Fische akkumulieren sich auch die genannten hochgradig toxischen Umweltgifte.

Seit Juli dieses Jahres hat die Europäische Union als empfohlenen Höchstwert für Dioxin-PCB-Gehalte in Dorsch-/Kabeljaulebern 25 ng/kg (Pikogramm je Kilogramm) Frischgewicht festgelegt (EG Nr. 565/2008). Bei Proben, die Forschungsschiffe des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) 2006 und 2007 gezogen hatten, wurden bei Leber aus der Ostsee ein Mittelwert von 93,3 ng/kg und aus der Nordsee von 86,3 ng/kg gemessen. "Dorschleber aus Nord- und Ostsee ist für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet", kommentierte Dr. Karl. Er empfahl stattdessen Ware von der Ostküste Grönlands, die im November 2006 im Mittel mit nur 3,37 ng/kg belastet war. Aus dieser Meeresregion sollen weitere Proben getestet werden.


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