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18.09.2018  EU-Fischerei: "69% der Bestände werden nachhaltig bewirtschaftet"

EU-Fischerei: "69% der Bestände werden nachhaltig bewirtschaftet"

Die Überfischung im Nordostatlantik ist erheblich zurückgegangen. Weiterhin bedenklich ist die Lage im Mittelmeer und im Schwarzen Meer: viele Fischbestände dort sind chronisch überfischt. Foto: Fischerboot im Hafen von Ayvalik/Türkei. (Foto: Adam Jones/BC (Canada)/Wikicommons)
Die Überfischung im Nordostatlantik einschließlich Nord- und Ostsee ist erheblich zurückgegangen. Diese Erfolgsmeldung machte Joåo Aguiar Machado, Generaldirektor der DG Mare, Ende letzter Woche bei einem Seminar der EU-Kommission zu den europäischen Fischbeständen in Brüssel. "69% der Bestände werden nachhaltig bewirtschaftet. Seit 2003 hat die Bestandsbiomasse um 39% zugenommen", führte Machado weiter aus und ergänzte: "Die Wirtschaftlichkeit hat sich wieder verbessert, die Betriebe machen Gewinne, die Crews an Bord bekommen höhere Löhne." Viele Fischer hätten sich redlich bemüht und investiert - das zahle sich jetzt aus. Weiterhin bedenklich sei allerdings die Lage im Mittelmeer und im Schwarzen Meer: viele Fischbestände dort seien chronisch überfischt, und die Datenlage sei nicht zufriedenstellend. Dr. Peter Breckling, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Kutter- und Küstenfischer (VdKK), zog das Fazit: "Auch wenn die Medienberichte oftmals ein anderes Bild liefern: Die EU-Fischereipolitik hat in den letzten Jahren eindrucksvolle Erfolge erzielt."

Allerdings warten neue Herausforderungen auf die Wissenschaft und die Entscheidungsträger in der Politik. Bei den Fischbeständen gibt es unerwartete natürliche Schwankungen, etwa schwache Nachwuchsjahrgänge. Der Klimawandel verändert die Verbreitung von Fischvorkommen und bei der Ertragsfähigkeit von Ökosystemen gibt es ebenfalls Änderungen. Außerdem muss die Fischereipolitik mit anderen Bereichen der Umweltpolitik noch stärker harmonisiert werden. Besonders wichtig sei nach Auffassung mehrerer Redner, die wirtschaftlichen Auswirkungen von Managementmaßnahmen auf die Fischerei stärker zu berücksichtigen. Verbesserungspotentiale gibt es bei der Wissenschaft. Für die Bewältigung der kommenden Herausforderungen werden mehr Mittel und vor allem mehr qualifiziertes Personal gebraucht. Mängel bei der Datenerhebung auf See und bei der Interpretation vorhandener Daten sind offensichtlich geworden. Als Beispiel wurde hier die jahrelange fehlerhafte Altersbestimmung beim Ostseedorsch angeführt.

Lesen Sie hierzu auch im FischMagazin-Archiv:
05.07.2018 Nordsee-Fangempfehlung: Mehr Scholle, erheblich weniger Kabeljau
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