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16.10.2018  Ostseehering: Kein Fangstopp, aber Halbierung der Fangmenge

Ostseehering: Kein Fangstopp, aber Halbierung der Fangmenge

Fischer dürfen im kommenden Jahr in der westlichen Ostsee nur noch halb soviel Hering fangen wie 2018: für den dortigen Heringsbestand sinkt die Fangmenge um 48 Prozent bezogen auf die Quote des Jahres 2018. Das vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) für den Heringsbestand der westlichen Ostsee im Juni zunächst empfohlene Fangverbot für deutsche Heringsfischer ist damit vom Tisch. "Allerdings ist die erneute Absenkung der Quote den Fischern schwer zu vermitteln, zumal sie sich in der Vergangenheit strikt an die ihnen auferlegten Fangvorgaben gehalten haben", kritisierte Dr. Till Backhaus, Landwirtschafts- und Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern (MV). Die für MV verbleibende Fangquote von 2.990 t entspricht lediglich einem guten Drittel, nämlich 36 % der durchschnittlichen Fangmengen der Jahre 2013 bis 2017, merkte Backhaus an: "Das wird sich für etwa 100 Betriebe wirtschaftlich erheblich auswirken."

Für den Dorschbestand der westlichen Ostsee steigt durch die Quotenregelung für 2019 die Fangmenge um 70 Prozent. In der östlichen Ostsee hingegen sinkt sie um 15 %. Durften in MV 2013 noch rund 1.300 Tonnen Westdorsch gefangen werden, so sind es aufgrund der erheblichen Fangeinschränkungen 2013 bis 2018 lediglich 613 Tonnen im Jahre 2019. Trotz der Quotenanhebung befinde sich die Fangmenge noch auf einem historisch niedrigen Niveau, erinnerte Dr. Backhaus. Angler dürfen in der westlichen Ostsee 2019 ganzjährig 7 Dorsche pro Tag und Angler anlanden. Die Tagesfangbegrenzung für die Freizeitfischerei hatte vor allem bei touristisch geführten Angelfahrten zu erheblichen Einbußen geführt. Um den Fischereiunternehmen mittelfristig eine Anpassung an die neue Situation zu ermöglichen, forderte Minister Backhaus, die vom Bund, Land und der EU bereits 2017 und 2018 ausgereichten Stillliegeprämien möglichst bist 2021 auszureichen. Für 2019 scheine die Prämierung gesichert, bedürfe aber noch der Zustimmung der Kommission. 2018 hatten 83 Unternehmen der Heringsfischerei ingesamt 2,1 Mio. Euro erhalten, 53 Dorschfangbetriebe erhielten Prämien in Höhe von 381.000 Euro.

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