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News aus der Fischbranche

30.01.2020  China: Corona-Epidemie hat erhebliche Folgen für Seafood-Branche

Die Corona-Epidemie kommt gerade im Hinblick auf die Fischwirtschaft zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: zum Chinesischen Neujahrsfest, das in diesem Jahr auf den 25. Januar fiel, konsumieren die Chinesen traditionell besonders viel Fisch und Meeresfrüchte, die Preise steigen entsprechend. Doch die Empfehlungen der chinesischen Behörden an die Bevölkerung, aus Gründen der Ansteckungsprävention zu Hause zu bleiben und Massenansammlungen zu meiden, hat zu erheblichen Einbrüchen im Außer-Haus-Verzehr geführt. Australische und neuseeländische Langusten-Lieferanten haben ihre Exporte nach China einstellen müssen, schreiben die Undercurrent News. Australiens größtes Langusten-Unternehmen verschickte demnach "nur sehr kleine Mengen". Kanadische Exporteure von Lebendhummern und -muscheln hatten zunächst wie in jedem Jahr Aufwand betrieben, um ihre Sendungen rechtzeitig zu dem auch "Frühlingsfest" genannten Ereignis zu liefern. Doch seit dem 25. Januar seien plötzlich zahlreiche Aufträge storniert oder auf einen Bruchteil der ursprünglich georderten Menge reduziert worden.

Ähnliche Erfahrungen machten chilenische und norwegische Lachshändler: sie lenkten ihre Frischlachs-Lieferungen in die USA oder nach Brasilien um, nachdem chinesische Käufer Bestellungen gecancelled hatten. Auch die führenden Shrimp-Exporteure für den Markt China rechnen mit erheblichen Einbrüchen der Ausfuhren, denn der chinesische Foodservice-Markt sei bereits jetzt beachtlich zurückgegangen. Zahlen, die auf der Global Seafood Market Conference (GSMC) vergangene Woche in Orlando im US-Bundesstaat Florida genannt wurden, weisen China für das Jahr 2019 als weltweit drittgrößten Shrimp-Importeur aus mit 624.000 t/Jahr - nach der EU mit 905.000 t, den USA mit 858.000 t und vor Japan mit 202.000 t. Dabei bevorzugen die Chinesen HOSO-Ware, traditionell eher kleinere Sortierungen, jedoch mit wachsender Tendenz zu größeren Shrimps. Hauptlieferanten waren im vergangenen Jahr Ecuador (45% Marktanteil) und Indien (23%), geringere Bedeutung für China hatten Vietnam und Thailand (jeweils 5%). Unklar sei derzeit, inwiefern die aufgrund der Corona-Epidemie empfohlenen oder auferlegten Reisebeschränkungen die Rückkehr von Arbeitskräften in jene chinesischen Betriebe beeinträchtigen könnten, in denen Weißfisch und Lachs insbesondere für den Export weiterverarbeitet werden.

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