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News aus der Fischbranche

21.02.2020  Schottland: Fischwirtschaft kritisiert verschärftes Einwanderungsrecht

Mehrere Verbände der britischen Fischwirtschaft sprechen sich gegen Pläne von Premierminister Boris Johnson aus, geringqualifizierte Arbeitskräfte in Zukunft nicht mehr ins Land zu lassen, meldet das Portal IntraFish. Das neue punkteorientierte Immigrationssystem Großbritanniens sieht nicht nur vor, dass alle Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund Englisch sprechen müssen. Vielmehr muss, wer in Zukunft im United Kingdom arbeiten will, eine Beschäftigung mit einem Jahresgehalt von mindestens 25.600 GBP - etwa 30.600 Euro - nachweisen, wobei diese Grenze auf 20.480 GBP - rund 24.450 Euro - gesenkt werden könne. Die Folge: niedrig entlohnte und ungelernte Arbeitskräfte erhalten keine Arbeitserlaubnis für die Insel. Das Problem: fischwirtschaftliche Betriebe insbesondere in Schottland beschäftigten zahlreiche Mitarbeiter gerade in dieser Kategorie. Entsprechend haben die Scottish Seafood Association (SSA), die die Fischerei repräsentiert, und die Scottish Salmon Producers Organisation (SSPO), Zusammenschluss der Lachsproduzenten, gemeinsam dringende Gespräche auf ministerieller Ebene über die möglichen Folgen dieser Einwanderungspolitik gefordert.

Die Fischverarbeiter rechnen damit, dass nach Ende der Übergangsfrist zum 1. Januar 2021 mit Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union die Fangmengen des Landes steigen könnten - und mit ihnen auch die zu verarbeitenden Mengen an Fisch und Meeresfrüchten. "Diese Einwanderungspläne bergen das Potential, den ökonomischen Auftrieb, den der Ausstieg Großbritanniens aus der Gemeinsamen Fischereipolitik mit sich bringen wird, ernsthaft zu bremsen", warnt SSA-Direktor Jimmy Buchan, "zu diesem Zeitpunkt der Expansion benötigen wir Minister, die die Rekrutierung von qualifizierter, gering qualifizierter und unqualifizierter Arbeit zulassen, denn sie alle sind unerlässlich für das Überleben der Branche." SSPO-Geschäftsführerin Julie Hesketh-Laird fürchtet, dass diese Vorschläge "die Produktion und die Verarbeitung von schottischem Lachs behindern könnten". Nicht weniger als 48% der Beschäftigten in der schottischen Fischwirtschaft stammen aus der EU, im Nordosten Schottlands sogar 70%. Ein Sprecher des Fischzüchters Aquascot, dessen 190 Mitarbeiter zu mehr als der Hälfte aus der EU stammen, sagte, zum einen solle der Begriff "qualifiziert" weiter gefasst werden, außerdem hoffe man auf Ausnahmeregelungen für die dünn besiedelten Regionen.

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