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News aus der Fischbranche

05.03.2020  Russland: Alaska-Pollack-Quote soll bis 2025 um 300.000 t sinken

Russlands Fangquote für den Alaska-Pollack (AP) könnte bis zum Jahre 2025 um 300.000 t zurückgehen und damit die Industrie zwingen, den Fisch weitergehend zu verarbeiten. Das prognostizierte Frank Temme, Geschäftsführer der Pacific Rim Group, Verkaufsabteilung des russischen Fang- und Verarbeitungsunternehmens Russian Fishery Company (RFC), schreiben die Undercurrent News. Aktuell liege Russlands AP-TAC bei 1,76 Mio. t, doch voraussichtlich werde sie in den kommenden fünf Jahren sukzessive, das heißt rund 5% jährlich, gesenkt, auf dann noch 1,45 Mio. t, sagte Temme auf dem North Atlantic Seafood Forum in Bergen/Norwegen.

Außerdem sei zu beobachten, dass die Größe der Alaska-Seelachse von Jahr zu Jahr abnehme: Tiere der Sortierung 20 cm+ würden mehr, während Chinas Verarbeiter die Größe 25 cm H&G bevorzugten, um sie zu doppelt gefrorenen Filets zu schneiden. Währenddessen investiere Russland massiv in neue Fangfabrikschiffe und Verarbeitungsbetriebe an Land. Ab 2021 setze Russland neue 108 Meter-"Supertrawler" ein, von denen elf vom Stapel laufen sollen. Diese Trawler, die jährlich bis zu 50.000 t fangen und über 6 Baader-Linien an Bord zu VAP-Produkten verarbeiten können, sollen Filets, Fischfarce und Surimi produzieren. Im Fernen Osten Russlands nimmt diesen September ein neuer Verarbeitungsbetrieb die Arbeit auf, der ab 2021 täglich 50 bis 60 t Fertigprodukt herstellen soll - ohne Mittelgräte und IQF. Sechs weitere Fabriken für AP und sieben für andere Fischarten sollen im Fernen Osten Russlands entstehen, um den Export von Rohware nach China zu verringern.

Temme sprach außerdem zu den aktuellen Auswirkungen der Corona-Virus-Epidemie auf den Sektor. Chinas AP-Verarbeiter werden Ende März wieder auf "voller Kapazität" laufen, kündigte der Pacific Rim-Geschäftsführer an. Aufgrund der verzögerten Produktionsaufnahme nach dem chinesischen Neujahrfest seien die Preise für russischen Pollack H&G eingebrochen, hätten sich jedoch aktuell bei rund 1.380 USD/t 25 cm plus H&G-Rohware eingependelt. Die Chinesen würden wieder Rohware kaufen und hätten inzwischen 60% ihrer Kapazität erreicht. Der in Deutschland sitzende RFC-Verkäufer betonte jedoch, dass man mehr in den russischen Markt liefere, darüberhinaus nach Verarbeitungsmöglichkeiten in Europa suche, etwa in Polen, um einen "Plan B" in der Tasche zu haben. Die Ausbreitung des COVID-19 habe sich in den chinesischen Verarbeitungszentren Dalian und Qingdao verlangsamt. Doch auch die Logistik führe noch zu Verzögerungen. Russische Schiffe, die beispielsweise den südkoreanischen Hafen Busan oder chinesische Häfen angelaufen hätten, müssten anschließend eine 14-tägige Quarantäne durchmachen.

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