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News aus der Fischbranche

20.03.2020  Deutsche Fischerei: "Extremer Verfall der Erstverkaufspreise"

Die Verbreitung des Corona-Virus und die damit verbundenen Folgen haben auch Auswirkungen auf den Fischereisektor. "Große Teile des Marktes sind durch einen extremen Verfall der Erstverkaufspreise betroffen", teilt Dr. Peter Breckling mit, Geschäftsführer des Deutschen Fischerei-Verbandes (DFV) mit. Dies zeige sich zunächst vor allem auf dem Frischfischmarkt. Der Wegfall des italienischen Marktes und Teile der Abnahme in China haben zu Preisverfällen in niederländischen Auktionen sowie auf französischen und spanischen Erstvermarktungsplätzen geführt. Dies ist auch für deutsche Küstenfischer wirksam. Der Preis für Ostseescholle beispielsweise ist um mehr als 50% gefallen. Flunder ist kaum noch abzusetzen, so dass die größeren Kutter die Fangtätigkeit schon einstellen mussten.

Restaurants, Hotels und Gaststätten sind durch die Schließung als Abnehmer weggefallen. Die Schließung von Produktionsstätten in der Industrie, von Schulen, Kindergärten, Universitäten, Museen und den damit verbundenen Kantinen führt zu Absatzrückgängen. Auf europäischer Ebene wird auch über die Schließung von Verarbeitungskapazitäten nach Corona-Infektion von Mitarbeitern berichtet. An der Ostseeküste sind durch die Ausweisung sämtlicher Touristen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sehr wichtige Direktvermarktungsmöglichkeiten für die kleine Küstenfischerei ersatzlos weggefallen. Dies führt an vielen Standorten zu Umsatzverlusten von 80 % und mehr. Betroffen davon sind kleine Familienbetriebe, die nicht über Reserven verfügen.

Die Krabbenfischerei ist auf die Nutzung von Schälkapazitäten in Marokko angewiesen. "Bei einer Schließung der EU-Außengrenzen darf es nicht zu einer Beeinträchtigung des Warenverkehrs kommen", fordert Peter Breckling. Andernfalls drohe ein kurzfristiger Abnahmestopp mit existenzgefährdenden Folgen für die Betriebe. Die Kutterbetriebe müssen außerdem die katastrophalen Ergebnisse des Jahres 2019 bewältigen. Der Wegfall von Untersuchungskapazitäten bei der veterinärrechtlichen Untersuchung kann die Muschelfischerei vor schwerwiegende Probleme stellen. Insofern fordert der DFV ein umfassendes Maßnahmenpaket, um die Insolvenz von Betrieben abzuwenden und damit deren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu gewährleisten.

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