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25.05.2020  Schwarzmund-Grundel: Eine Bedrohung für die heimische Fischwelt

Schwarzmund-Grundel: Eine Bedrohung für die heimische Fischwelt

Die Schwarzmund-Grundel bedroht als invasive Art die heimische Fischwelt. Kulinarisch ist sie jedoch nicht zu verachten, etwa gesalzen und getrocknet als "Beer Snack". (Foto: (1) Eric Engbretson, U.S. Fish and Wildlife Service, (2) Peter van der Sluijs, (3) FischMagazin)
Biologen zählen die Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus) zu den invasivsten Fischarten überhaupt. Seit etwa 30 Jahren verbreitet sich die ursprünglich aus dem Schwarzen Meer stammende Grundel auch im deutschen Sprachraum und Nachbarländern: Anfang der 1990er Jahre wurde sie erstmals in Österreich, aber auch schon in der Danziger Bucht gesichtet, zu Beginn der 2000er Jahre tauchte sie in großen deutschen Flüssen wie Rhein und Elbe auf und 2008 soll sie erstmals im Hamburger Hafen entdeckt worden sein, schreibt die Kreiszeitung-Wochenblatt aus Buchholz in der Nordheide.

"Die Ausbreitung der Schwarzmund-Grundel in unseren Gewässern wird durch den Klimawandel begünstigt", sagt Prof. Dr. Ralf Thiel vom Centrum für Naturkunde (CeNak) der Uni Hamburg. Für die heimische Fischfauna ist der zehn bis 15 Zentimeter lange Fisch aus mehreren Gründen eine Bedrohung. Die Grundel frisst die Brut ihrer Nahrungskonkurrenten und Jungfische, außerdem so ziemlich alles, was sich an Kleinlebewesen im Wasser bewegt - Insektenlarven, Muscheln, Schnecken und Flohkrebse. Gefährlich ist auch die Effektivität, mit der sie sich fortpflanzt und ihren Nachwuchs bewacht: so laichen die Weibchen mehrfach im Jahr.

Allerdings hat die Schwarzmund-Grundel auch Feinde, darunter Barsch und Zander sowie Kormoran und Graureiher. Und schließlich soll der glubschäugige Fisch trotz seines ungewohnten Anblicks auch für den Menschen kulinarisch nicht zu verachten sein. Kreiszeitungs-Autor Jörg Dammann aus Stade zitiert Angler, die die Grundel wie Stint zubereiten - in Mehl gewälzt und kross gebraten - oder räuchern. Das rheinland-pfälzische Ernährungsministerium hat sogar eine kleine sechsseitige Broschüre mit Rezepten zusammengestellt. "Das Grundelkochbuch" enthält Kochideen von "Grundel graved" über frittiert, gebraten und gebacken bis sauer eingelegt - ein Download finden Sie hier.

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