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09.06.2020  Fernsehen: NSC widerspricht "kritischen" Lachs-Dokumentationen

Fernsehen: NSC widerspricht "kritischen" Lachs-Dokumentationen

Die neue norwegische Fischerei-Kommissarin für Deutschland, Kristin Pettersen, reagiert kurz nach ihrem Amtsantritt auf zwei Fernseh-Dokumentationen über das Lebensmittel Lachs. (Screenshot aus: Die Gier nach Lachs)
Die neue norwegische Fischerei-Kommissarin für Deutschland, Kristin Pettersen, reagiert kurz nach ihrem Amtsantritt auf zwei Fernseh-Dokumentationen über das Lebensmittel Lachs. Bereits heute Abend strahlt der TV-Sender Arte ab 20:15 Uhr den 90-minütigen Bericht "Die Gier nach Lachs" aus und eine Woche später, am Dienstag, den 16. Juni 2020, wird ein Beitrag des Schauspielers Hannes Jaenicke, der seit vielen Jahren über Umweltthemen berichtet, gesendet. Zu beiden Dokumentationen hat Kristin Pettersen Statements vorbereitet, deren Punkte sich analog zu den Kritikpunkten der Fernsehbeiträge überschneiden.

Zu der für heute angekündigten Arte-Dokumentation schreibt die Vertreterin des Norwegian Seafood Councils (NSC), "dass viele der Behauptungen über die norwegische Aquakultur Fakten außer Acht lassen". So vernachlässige das "Bild des übermäßigen und schädlichen Gebrauchs von Medikamenten und Antioxidantien (...), dass für die norwegische Aquakultur einschlägige Lebensmittelsicherheitsprogramme aktiv umgesetzt werden". Behauptungen über den breiten Einsatz von Soja, der zur Abholzung des Regenwaldes beitrage, seien schlicht "falsch", denn: "Das gesamte von der norwegischen Aquakultur verwendete Soja ist nach dem ProTerra-Standard zertifiziert." Kein importiertes brasilianisches Soja stamme von Lieferanten, die zur Abholzung des Regenwaldes beitragen, schreibt Pettersen.

Der ökologische Fußabdruck der norwegischen Aquakultur-Industrie, den diese ebenso habe wie die meisten Formen der Nahrungsmittelproduktion, wird kontrolliert. Aufgrund der Emissionen der Fischfarmen - Reste von Futtermitteln und Fischkot - unterliegen die Meeresböden zwei Arten von Umweltinspektionen durch unabhängige Dritte. Fazit: "Mehr als 90 Prozent aller Fischfarmen in Norwegen weisen nachweislich gute oder sehr gute Umweltkonditionen auf." Zudem unterliegen alle Fischzuchtbetriebe in Norwegen nach jedem Zuchtzyklus einer Brachezeit, um dem Meeresboden eine Erholungspause zu ermöglichen.

Auch bei der für den 16. Juni vom ZDF angekündigten Dokumentation von Jaenicke sieht sich das NSC zu einer Kommentierung gezwungen, "da die meisten der von Jaenicke vorgebrachten Behauptungen nicht auf Fakten beruhen". So zeichne er "ein Bild des exzessiven und schädlichen Gebrauchs von Medikamenten und Antioxidantien", ohne zu bemerken, dass es auch für die norwegische Aquakultur relevante Lebensmittelsicherheitsprogramme gebe. Raum für Kommentare von zuständigen Lebensmittelbehörden gibt der Autor nicht. Das von Jaenicke angesprochene Antioxidationsmittel Ethoxyquin werde in Fischfutter nicht mehr verwendet. Seine Behauptungen über den breiten Einsatz von gentechnisch verändertem Soja sind falsch, da Lebensmittel und Futtermittel, die aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden, in Norwegen nicht verkauft oder vermarktet werden dürfen. Die Behauptung, dass die norwegische Aquakultur für den Rückgang der Wildlachsbestände verantwortlich ist, sei erstaunlich, da Nordeuropa weiterhin einige der lebensfähigsten Wildlachsbestände der Welt beheimate.

Die Dokumentation "Die Gier nach Lachs" ist vom 8. Juni bis 8. Juli 2020 in der Arte-Mediathek in voller Länge abrufbar.


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