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04.11.2020  Dänemark: "NaturSkånsom" - neues staatliches Label für die Fischerei

Dänemark: "NaturSkånsom" - neues staatliches Label für die Fischerei

Dänemark besitzt seit diesem Montag mit dem Label "NaturSkånsom" eine staatliche Nachhaltigkeitszertifizierung für die Küstenfischerei.
Dänemarks Fischereiminister hat diesen Montag ein neues Nachhaltigkeitslabel für die Fischerei des Landes vorgestellt, meldet das Ministerium. Die Zertifizierung "NaturSkånsom" - auf Deutsch: Sanfte Natur - soll zum einen den Verbraucher darüber informieren, welche Fische mit umweltfreundlichen Methoden gefangen werden, zum anderen die Küstenfischerei unterstützen und die Meeresumwelt schützen, teilte Fischereiminister Mogens Jensen mit. Fischer, die sich an dem Programm beteiligen wollen, müssen mit umweltschonendem Fanggerät wie Langleinen oder nicht bodenberührenden Schleppnetzen fischen, um den Meeresboden und dessen Ökosystem nicht zu schädigen. Die Fischkutter dürfen nicht länger als 17 Meter sein und die Fangfahrten müssen "kurz" sein. Außerdem muss der Fisch aus gesunden Beständen stammen. Schließlich muss der Fischer erfolgreich an einem Kursus teilnehmen, um frischen Fisch von höchster Qualität bieten zu können. Ein Gremium aus Vertretern von Fischerei, Natur- und Umweltorganisationen, Forschungseinrichtungen und dänischen Fischereibehörden soll begleitend gewährleisten, dass das System den Erwartungen entspricht.

Scharfe Kritik an der neuen Kennzeichnung kommt aus Kreisen der Fischerei. Die dem dänischen Ministerium für Umwelt und Ernährung unterstellte Fischereibehörde, die in erster Linie neutral für Kontrolle, Anleitung und Subventionierung der Fischerei arbeite, habe mit der Kennzeichnung die Polarisierung der Fischerei weiter vorangetrieben, meint Lars Tornsberg, Autor des dänischen Portals Fiskerforum. Damit werde unterschieden zwischen jenen Fischern, die "Umweltorganisationen zusammen mit dem wirtschaftsfeindlichen roten Flügel des Folketing als Küstenfischerei mit sanfter Ausrüstung bezeichnen", und jenem anderen, größeren Teil der dänischen Fischer, die mit Schleppnetzen das Gros der Fische - zwischen 80 und 90 Prozent - fischten. Die neue Kennzeichnung spiegele eine "veraltete und seltsam romantisierende Wahrnehmung der dänischen Fischerei", mit einer Verherrlichung insbesondere der Stellnetzfischerei - obwohl gerade diese Fischerei in Küstennähe mit Robben, die die Netze plünderten - zu kämpfen habe. Die überwiegende Mehrzahl der dänischen Fischerei - rund 80 Prozent - seien zertifiziert nach dem MSC-Standard, einem international von Forschung und Fischereiverwaltung anerkannten Label. Das werde von der Regierung ignoriert. Schließlich stelle sich die Frage: Wenn die Küstenfischer ihre Fische "umweltfreundlich" nennen dürfen, wie nennt man dann die angelandeten Fische der Schleppnetzfischer?

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