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26.05.2021  Schottland: Halbgeschlossene Farmen als Alternative

Schottland: Halbgeschlossene Farmen als Alternative

Halbgeschlossene Lachsfarmen könnten eine Option sein, um der Branche in Schottland nachhaltiges Wachstum zu wettbewerbsfähigen Kosten zu ermöglichen. Im Bild: ein halbgeschlossenes Gehege (vorne) in Norwegen. (Foto: Loch Long Salmon)
Der Anteil Schottlands am Weltmarkt für Lachs ist rückläufig und hat sich im vergangenen Jahrzehnt von ehemals 10 Prozent auf aktuell 7 Prozent verringert. Das Wachstum der schottischen Lachszucht von durchschnittlich 2,9 Prozent per anno in den letzten zehn Jahren könne zwar als "solide" gelten, sei im Vergleich zum Wettbewerb aber nur mäßig, kommentierte der Geschäftsführer der Scottish Salmon Producers Organisation (SSPO), Tavish Scott. Zum Vergleich: die Produktion auf den Färöern sei im Jahrzehnt bis 2018 um insgesamt 125 Prozent gewachsen, Australien verzeichne für diesen Zeitraum ein Plus von 104 Prozent und Norwegens Sektor von 68 Prozent. Nun wolle Schottland bis 2030 seine Aquakultur-Produktion um 50 Prozent steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, gebe es theoretisch die drei Hauptoptionen landgestützte Kreislaufanlage, Offshore-Gehege sowie küstennahe Meeresgehege. Steward Hawthorn, Mitgründer des schottischen Start-ups Loch Long Salmon (LLS), sprach sich für einen vierten Weg aus, den sein Unternehmen gehe: halbgeschlossene Lachsfarmen.

In Norwegen sind diese "semi-closed containment systems" bereits im Einsatz, für Schottland betritt Loch Long Salmon Neuland. In dem gleichnamigen Loch will LLS bis zu 20.000 Tonnen Lachs jährlich ernten. Die halbgeschlossene Farm biete eine Lösung für drei zentrale Schwachstellen klassischer Netzgehege: Lachsläuse, Escapes und die Anhäufung von organischem Abfall. Mit Hilfe derartiger Farmen könne entlang der schottischen Küste mehr Lachs gezüchtet werden, meint Hawthorn, der selber seit 30 Jahren in der Branche arbeite. Gegen landgestützte Kreislaufanlagen sei grundsätzlich nichts einzuwenden, aber für Schottland eigneten sich die RAS nicht, wenn das Land global wettbewerbsfähig bleiben wolle. Angesichts der im Vergleich zu halbgeschlossenen Zuchten höheren Kosten der RAS, die durch Nähe zu den Märkten und damit reduzierten Logistikkosten ausgeglichen werden könnten, seien landgestützte Farmen für Schottland nicht sinnvoll. Außerdem sei das "Risikoprofil" für halbgeschlossene Farmen günstiger als für die viel komplizierteren RAS. Schließlich rechne er auch nicht damit, dass Loch Long für seinen Lachs unbedingt ein Preispremium verlangen müsse.

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