05.06.2009

Ostsee-Dorsch: ICES empfiehlt deutlich höhere Fangquoten

Die Bestände des Ostseedorschs sind offenbar derart gewachsen, dass der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) eine deutliche Erhöhung der Fangquoten empfiehlt, teilt der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer mit. Für den östlichen Bestand schlägt das im dänischen Kopenhagen ansässige Gremium für 2010 eine Erhöhung um 15% auf 58.400 t vor, für den kleineren westlichen Bestand sei eine Steigerung der Quote um 9% auf 17.700 t ratsam. Laut ICES könne die Quote in der östlichen Ostsee sogar auf über 100.000 t festgesetzt werden, ohne die Vorgaben des Vorsorgeansatzes zu unterlaufen. Diese Menge könne der Markt jedoch nicht aufnehmen. Die Erzeugerpreise seien bereits jetzt auf sehr niedrigem Niveau, weil viel Fisch auf den europäischen Markt komme. Auch aus Norwegen werden steigende Kabeljaubestände gemeldet, so dass mit deutlich erhöhten Einfuhren zu rechnen ist. Daher seien „Kampagnen zur Absatzförderung notwendig“, empfiehlt Dr. Peter Breckling, Generalsekretär des Deutschen Fischerei-Verbandes.

Eine Anhebung der Quoten auf die empfohlene Höhe habe beim östlichen Bestand ein Anwachsen der Laicherbestandsbiomasse auf 406.000 t zur Folge. Den niedrigsten Stand hatte die Laicherbiomasse im Jahre 2005 mit 66.000 t erreicht und steigt seitdem konstant. Der Bestand an Elterntieren hätte sich damit innerhalb von sechs Jahren versechsfacht. Die Ursache für den Bestandsanstieg im Osten sieht ICES in zwei besonders starken Nachwuchsjahrgängen aus den Jahren 2005 und 2006. Zu dieser Zeit war der Bestand der Elterntiere auf einem historisch niedrigen Niveau und hat trotzdem diese starken Jahrgänge hervorgebracht. In der westlichen Ostsee soll insbesondere der Jungfisch-Jahrgang 2008 überdurchschnittlich stark ausfallen, so dass die Perspektiven für den Bestandsaufbau positiv sind. Die Fischer beobachten schon seit Jahren größere Jungfischvorkommen. Sie haben die Maschenweite freiwillig auf 135 mm erhöht. Die Beifangraten liegen nach Daten des ICES zumeist unter 5%. „Die Daten des ICES belegen, dass alle Experten falsch lagen, die einen Fangstopp gefordert hatten, weil sonst ein Wiederaufbau der Bestände nicht möglich sei“, kommentiert Dr. Breckling in einer Pressemitteilung des Verbandes. „Der Ostseedorsch kann jetzt nicht mehr als ‚gefährdet’ bezeichnet werden.“ Die Fischerei erwarte, dass auch die Umweltverbände WWF und Greenpeace ihre Einkaufsführer korrigieren.
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