03.11.2021

Berlin: Marmorkrebs erstmals befischt

Der Marmorkrebs breitet sich seit zwei Jahrzehnten in Deutschland in freier Wildbahn aus. Die ursprünglich aus Florida stammenden Krebse wurden hierzulande in Aquarien gehalten, dann ausgesetzt oder die Toilette hinuntergespült, außerdem haben Angler sie als Lebendköder in Gewässer eingeschleppt. In diesem Jahr ist die invasive Art erstmals im Berliner Grunewaldsee und im Groß Glienicker See befischt worden, meldet die Berliner Zeitung. Neben dem Roten Amerikanischen Sumpfkrebs, von dem in den vergangenen drei Jahren alleine in Berlin zwischen 0,9 und 1,3 Tonnen jährlich gefischt wurden, wird jetzt auch versucht, die Ausbreitung des Marmorkrebses (Procambarus virginalis) einzudämmen. Die in der Regel zwölf Zentimeter langen, gelblich gefärbten und dunkel marmorierten Krebse bedrohen heimische Krebsarten nicht nur aufgrund der Futterkonkurrenz, sondern auch, weil sie potentiell Träger der Krebspest sind.

In welchen Mengen der Krebs in den Berliner Seen vorkomme, sei noch unklar, sagte in diesem Frühjahr Derk Ehlert, Wildtierexperte in der Berliner Umweltverwaltung. Auch andernorts wird versucht, den Eindringling zu bekämpfen. So hat sich der Marmorkrebs im gesamten Murner See bei Wackersdorf in der Oberpfalz (Bayern) ausgebreitet, meldet der Bayerische Rundfunk. Weil im Murner See keine heimischen Krebse leben, gehe es vor allem darum, die umliegenden Gewässer vor dem Eindringling zu schützen. In Österreich wurde der Marmorkrebs im August diesen Jahres aus Wien gemeldet, teilt der Österreichische Rundfunk (ORF) mit. Dort wurde nun ein Gitter in den Abfluss der Teiche am Wienerberg eingezogen, damit die Tiere nicht in den angrenzenden Liesingbach vordringen. Wichtig sei jetzt, die Öffentlichkeit zu informieren, denn viele Menschen würden herumirrende Krebse in Gewässer setzen, weil sie denken, ihnen damit zu helfen, sagt Alexander Mrkvicka vom Forstbetrieb Wien.
Berlin: Marmorkrebs erstmals befischt
Foto/Grafik: André Karwath Aka/Wikicommons
Der Marmorkrebs breitet sich seit zwei Jahrzehnten in Deutschland in freier Wildbahn aus. Die Krebse bedrohen heimische Krebsarten nicht nur aufgrund der Futterkonkurrenz, sondern auch, weil sie potentiell Träger der Krebspest sind.
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