19.04.2013

Aquakultur: Warmes Wasser lässt Tilapien besser wachsen als Hormonbehandlung

Tilapien wachsen in warmem Wasser schneller als hormonbehandelte Artgenossen. Zu diesem Ergebnis kommt die Georg-August-Universität Göttingen in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 209.000,- Euro geförderten Forschungsprojekt. Da männliche Buntbarsche doppelt so schnell wachsen wie die Weibchen, weil Tilapien dieser Art Maulbrüter sind und während der Brutpflege kein Futter zu sich nehmen können, bevorzugen Züchter Männchen. Deshalb werden die Larven in einigen Ländern mit Hormonen gefüttert, um männliche Bestände zu erzeugen, erläutert Gabriele Hörstgen-Schwark von der Abteilung Aquakultur und Gewässerökologie. Der Nachteil: "Da die Hormone über das Futter in die Gewässer gelangen können und so andere Lebewesen beeinträchtigen, ist es wichtig, auf eine gleichwertige, aber nachhaltige Fischproduktion umzusteigen." Dass dies möglich ist, haben die Wissenschaftler in einer Kreislaufanlage des sächsischen Kooperationspartners Fisch und Wasser Oelzschau jetzt bewiesen. Eine Wassertemperatur von 36 Grad beeinflusst nicht nur - wie schon in früheren Untersuchungen gezeigt - die Geschlechtsausbildung frisch geschlüpfter Larven: "Es hat sich herausgestellt, dass die temperaturbehandelten Männchen schneller wachsen und sogar größer werden als die hormonbehandelte Vergleichsgruppe." Derzeit arbeiten die Forscher an der Optimierung einer Aquakulturanlage mit integrierter Wärmebehandlung.

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