18.10.2021

Dänemark: Fischerei in der Krise

Bei dem dänischen Schiffsmakler West-Ship Shipbroker Company stehen aktuell rund 150 Fischereifahrzeuge zum Verkauf – etwa doppelt so viele wie im Jahre 2018, meldet DR, die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Dänemark. "Es ist praktisch unmöglich, die Schiffe in Dänemark zu verkaufen, vor allem dann, wenn es sich um Schiffe im teuren Segment handelt", sagt Schiffsmakler Anders Stenumgaard. Während die Zahl der Fischereifahrzeuge in Dänemark in den letzten fünf Jahren von 2.268 (2016) auf aktuell 1.963 (2021) Fahrzeuge zurückgegangen ist, werden die Schiffe größer, denn die Gesamtbruttoraumzahl der Fangflotte ist mit 81.994,7 BRT fast genauso groß wie 2016 mit 82.293,9 t. Damit ist die Durchschnittsgröße der Schiffe von 36 BRT (2016) um mehr als 16 % auf 42 BRT (2021) gestiegen. "Letztendlich bedeutet das, dass der kleine blaue Fischkutter in den dänischen Häfen seltener wird", meint Lone Grønbæk Jørgensen, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft an der Universität Süddänemark. Dänemarks Fischer hoffen derweil darauf, dass die Ausgleichszahlungen für die durch den Brexit bedingten Quotenverluste des Landes direkt an die Fischer gezahlt werden können. Das Geld kann etwa für die Verschrottung von Kuttern verwendet werden. Die EU hat Dänemark 1,2 Mrd. DKK, etwa 161 Mio. Euro, als Ausgleich für den Brexit gewährt.
Dänemark: Fischerei in der Krise
Foto/Grafik: Björn Marnau/FischMagazin
In den dänischen Häfen liegen immer weniger, aber größere Fischereifahrzeuge. Die kleinen blauen Kutter, hier fotografiert in Hvide Sande im Jahre 2011, werden immer seltener.
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