29.11.2021

Öko-Test untersucht Räucherlachs: Kein Produkt fällt durch

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat für seine aktuelle Ausgabe Räucherlachs untersuchen lassen. Das positive Ergebnis: keines der 20 von Experten geprüften Lachsprodukte fiel im Test durch. Auf den Prüfstand kamen 15 Räucherlachse aus Aquakultur und fünf geräucherte Wildlachse. Zum einen wurden alle Produkte im Labor auf unerwünschte Inhaltsstoffe getestet, das heißt auf Schwermetalle wie Cadmium, Blei oder Quecksilber, auf Keimbelastung und Rückstände von Arzneimitteln. Das Fazit: unproblematisch. Auch das Futterkonservierungsmittel Ethoxyquin sei "erstmals" in keinem einzigen Zuchtlachs mehr nachweisbar gewesen. Allerdings wurden im Labor in drei Produkten derart viele Nematoden entdeckt, dass diese Artikel Punktabzug erhielten – obgleich die toten Fadenwürmer mit bloßem Auge nicht erkennbar und nicht gesundheitsschädlich gewesen seien. Außerdem testeten Sensorik-Experten die Räucherware auf Aussehen, Geruch und Geschmack, und zwar sowohl weit vor Erreichen des Verbrauchsdatum als auch zum angegebenen Verfallsdatum. Während die Experten bei der ersten Verkostung nahezu nichts zu bemängeln hatten, rochen einige Produkte bei Erreichen des gesetzten Datums schon etwas tranig und fischig. In einem Produkt sei die Gesamtkeimzahl "erhöht" gewesen. Öko-Test meint: "Die Anbieter sollten im Zweifel ein früheres Verbrauchsdatum ansetzen."

Öko-Test lobt, dass die Anbieter für die Mehrzahl der Räucherlachse aus Aquakulturen die Lieferkette vom Zuchtbetrieb in Norwegen, Irland und Schottland bis hin zum eingekauften fertigen Produkt durch Dokumente belegen konnten. Bei den Wildlachsen sei sogar allen Anbietern die lückenlose Dokumentation zurück bis zum Fangschiff in Alaska gelungen. Bei der Frage der Haltung urteilte das Magazin, dass "eine wirklich artgerechte Haltung des großen Wanderfischs in Zuchtbetrieben […] als unmöglich" gelte. Doch unter den Aquakulturen gebe es erhebliche Unterschiede, etwa bei der Besatzdichte, die sich laut Herstellerangaben zwischen in der Spitze 33 Kilo je Kubikmeter Wasser und weniger als zehn Kilo bewegten. Nur für vier Räucherlachse aus Aquakultur habe eine "stressarme Schlachtung" belegt werden können. Dabei habe ein von Experten des Vereins Fair-Fish International entwickeltes Punktesystem zugrunde gelegen. Im Hinblick auf die Fütterung fordert Öko-Test "eine noch stärker pflanzenbasierte und damit nachhaltigere Ernährung ", weil "das Futter für alle Zuchtlachse zu teils deutlich mehr als fünfeinhalb Prozent aus anderen Fischen gewonnen werde". Unterm Strich erhielt nur ein Lachs die Bestnote "sehr gut", nämlich der Friedrichs Kodiak Wildlachs von Gottfried Friedrichs.
Öko-Test untersucht Räucherlachs: Kein Produkt fällt durch
Foto/Grafik: Öko-Test
Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat für seine aktuelle Ausgabe Räucherlachs untersuchen lassen.
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