02.11.2011

Aquakultur Deutschland: Immer mehr Kreislaufanlagen

Die Zahl der Kreislaufanlagen in der deutschen Aquakultur ist 2009 um vier auf zuletzt 34 Betriebe gestiegen. Frau Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber, Expertin für Aquakultur bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), gab aktuell einen Überblick zum Stand der Recirc-Aquakultur hierzulande. Eingeladen hatte Dr. Otto Horst, Leiter der Abteilung Veterinärwesen beim Bezirksamt Altona, im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung.

Während die traditionelle Fischzucht in der Erntemenge kaum Veränderungen aufweist - 2008 wurden 27.009 Tonnen Forelle und 15.432 Tonnen Karpfen produziert -, wächst die Produktionsmenge aus Kreislaufanlagen (KA) auf kleiner Basis beachtlich. Seit 2002 hat sie sich von 502 Tonnen auf 1.494 Tonnen im Jahre 2009 nahezu verdreifacht. Plus gab es insbesondere beim Aal, dem Europäischen und dem Afrikanischen Wels, Stör vor allem zur Kaviar-Gewinnung und Karpfen. Beim Karpfen werden in den KA in der Regel keine Speisefische produziert, sondern überwiegend K2 erzeugt.

Frau Dr. Schmidt-Puckhaber stellte den Vorteilen der standortunabhängigen Kreislaufanlagen, die nah am Markt errichtet werden können, einige techniche und finanzielle Anforderungen gegenüber. Die Hallenisolierung bei Neubauten oder vorhandenen Altgebäude sei ebenso mit hohen Kosten verbunden wie die Raum- und Wasserbeheizung. So müsse mit Investitionskosten zwischen 2.000,- und 10.000,- Euro je Tonne Jahresleistung der Fischzucht kalkuliert werden. Neben dem Investitionsrisiko bestehe ein Havarierisiko. Besatzverluste beim Ausfall der Pumpen könnten allerdings durch die Wahl etwa des Afrikanischen Clarias-Welses minimiert werden: als Luftatmer kann dieser schnell wachsende, grätenfreie Fisch den Sauerstoff auch aus der Luft aufnehmen. Entscheidend sei schließlich, Märkte für das Zuchtprodukt zu finden. Während die konventionelle Teichwirtschaft vor allem direkt vermarkte und nur in geringem Umfange den Großhandel beliefere, ist Wels aus Mecklenburg-Vorpommer probeweise schon als Fertiggericht im Discount erhältlich. Über diese Vertriebsschiene werden in Deutschland inzwischen 52 Prozent sämtlichen Fischs verkauft.
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