04.02.2014

Illegale Fischerei: Nach vier Jahren greifbare Ergebnisse bei der Bekämpfung

Vor vier Jahren beschloss die EU, die illegale Fischerei innerhalb Europas, aber auch außerhalb zu bekämpfen. Jetzt zog EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki eine erste positive Bilanz. Einen Überblick liefert die Januar-Ausgabe von "Fischerei und Aquakultur in Europa". Massive Investitionen in moderne Technologien wie Schiffsüberwachungssysteme (VMS) und elektronische Aufzeichnungs- und Meldesysteme, kombiniert mit Datenbanken und IT-Netzwerken, ermöglichen die Anwendung risikobasierter Ansätze. Diese werden mit effizienteren Kontrollen in den Häfen verbunden. So konnten im Zuge von mehr als 230 von der EU durchgeführten Kontrollmissionen über 200 Fälle von mutmaßlicher illegaler Fischerei durch Fischereifahrzeuge aus 27 Ländern untersucht werden. Etwa 50 dieser Schiffe erhielten letztendlich Geldstrafen in Höhe von insgesamt mehr als 7 Mio. Euro. Auf den Kanarischen Inseln wurden durch die enge Kooperation zwischen der EU und lokalen Behörden die Kontrollverfahren bei allen Anlandungen durch Fischereifahrzeuge von Drittstaaten im Hafen von Las Palmas verstärkt. Die Folge: bestimmte asiatische Fischereischiffe, die bereits im Verdacht standen, illegale Aktivitäten durchzuführen, beendeten die Anlandung in Las Palmas oder den Export nach Europa.

Die EU arbeitet auch eng mit Drittstaaten zusammen und führte im Rahmen von mehr als 30 Missionen Audits durch zu den von diesen Ländern zum Beenden von IUU eingebrachten Mitteln und Engagements. Indonesien überarbeitet gegenwärtig unterstützt durch EU-Know-how und -Expertise sein Fischereimanagement. Fidschi, Togo, Sri Lanka, Vanuatu und Panama haben lobenswerte Fortschritte erzielt, nachdem sie förmlich verwarnt worden waren, dass sie auf der Schwarzen Liste enden könnten, falls sie nicht sofortige Maßnahmen gegen die IUU-Fischerei ergriffen. "Andere Länder hingegen, wie Belize, Kambodscha und Guinea, zeigten sich als nicht ansprechbar und bewegten sich deshalb einen Schritt weiter auf die wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen durch die EU zu", heißt es in dem Bericht. Viele Drittstaaten nehmen zwischenzeitlich in Anlehnung an das EU-System Veränderungen an ihren eigenen Strukturen vor. Die Ukraine, Marokko und Chile haben Zertifizierungssysteme für Fänge eingeführt. Mehr als 55 Entwicklungsländer haben im Laufe der letzten drei Jahre technische Hilfe von der EU in Höhe von insgesamt 32 Mio. Euro erhalten. Um Transparenz über den Fangort sicherzustellen, fördert die EU die Einführung eines "weltweiten Fangzertifikats".

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