12.10.2023

Russland: EU-Fischverarbeiter fordern Aufrechthaltung von Zollfreiheit

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Der Europäische Verband der Fischverarbeiter und des Fischgroßhandels (AIPCE-CEP) fordert die EU-Kommission auf, den Ausschluss russischen Weißfischs aus dem System Autonomer Zollkontingente (ATQ) bis mindestens zum Jahr 2025 zu verschieben, schreibt IntraFish. Bislang konnte Fisch trotz der gegen Russland verhängten Handelssanktionen weiterhin zollfrei in die EU importiert werden. Im vergangenen Monat hat nun der Europäische Rat vorgeschlagen, Fischprodukte aus Russland und Weißrussland vom 1. Januar 2024 an von einer neuen Version des ATQ-Systems auszunehmen. Damit würde Weißfisch aus den beiden Ländern mit dem Standardzollsatz von beispielsweise 13,7 % für Alaska-Seelachsfilet oder 12 % für Kabeljau, ausgenommen ohne Kopf (H&G), belegt werden.

Angesichts der hohen Abhängigkeit der europäischen Fischindustrie von russischem Weißfisch fordert AIPCE, den Verarbeitern eine Übergangsfrist bis mindestens Januar 2025 zu gewähren. Die Dachorganisation der Fischindustrie äußerte mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Verständnis für den neuen ATQ-Vorschlag der EU-Kommission, betonte jedoch, dass eine Umstellung bei der Rohwarenversorgung auf alternative Produkte in jeder Lieferkette Zeit benötige. Der jüngsten jährlichen "Finfish-Studie" der AIPCE zufolge würde die EU 37 % ihres Alaska-Seelachses (AP) aus China importieren, 35 % aus Russland und 26 % aus den USA. Da jedoch 95 % des in China verarbeiteten APs russischen Ursprungs seien, erhalte die EU faktisch 70 % dieses Fischs aus Russland. Bislang würden 340.000 t Alaska-Pollack von den Zollbefreiungen profitieren.
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