26.03.2024

Norwegen: EU-Lachsverarbeiter beklagen Exportverbot für "Produktionsfisch"

Die Ernte großer Mengen von sogenanntem "Produktionsfisch" in Norwegen führt zu Protesten europäischer Lachsverarbeiter, meldet das Portal IntraFish. Das Problem an sich ist nicht neu: Norwegen kategorisiert seine Lachse traditionell in die drei Qualitätsstufen "superior", "ordinary" und "production fish". Während die ersten beiden Qualitäten auch als ganzer Fisch exportiert werden dürfen, muss Produktionsfisch zunächst in Norwegen verarbeitet werden. Denn: diese Fische mit Deformierungen oder Verletzungen könnten den Ruf des Norwegerlachses im Ausland beschädigen, befürchtet die Regierung des Landes. Das Thema wird jedoch drängender, weil zum einen der variierende Anteil von Produktionsfisch an der Gesamtproduktion von 5 % (2018) auf 15 % (2023) zugenommen hat und in einigen Wochen des laufenden Jahres sogar über 36 % lag.

Produktionsfisch ist normalerweise 20 bis 30 % preiswerter als die erstgenannten beiden Qualitäten, kann jedoch um bis zu 50 % billiger sein. Verarbeiter in der EU beklagen nun, dass nur ein gutes Dutzend Lachsverarbeiter in Norwegen Zugriff auf diesen preiswerteren Lachs habe, nicht aber tausende von Verarbeitungsbetrieben in der europäischen Gemeinschaft. Im März hat die EU-Kommission Norwegens Ausfuhrverbot für Produktionsfisch offiziell als Handelshemmnis eingestuft. Insofern besteht die Hoffnung, dass damit in Kürze Gespräche zwischen der EU und Norwegen beginnen werden. Mowi beispielsweise hatte bislang auf seine Bitte, Produktionsfisch ausführen zu dürfen, eine Absage von Regierungsseite erhalten.
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