08.09.2023

Bayern: Statistik unterschätzt Bayerns Fischproduktion

Die in Deutschland produzierten 4.000 bis 4.800 Tonnen Speisekarpfen werden in diesem Jahr ganz überwiegend in Bayern geerntet, schätzt das Institut für Fischerei der Landesanstalt für Landwirtschaft in Starnberg. "Leider werden in den Statistiken des Statistischen Bundes- bzw. Landesamts gerade die bayerischen Zahlen erheblich unterschätzt", bemängelt Martin Hecht, stellvertretender Pressesprecher des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) in München. Denn in der Aquakulturstatistik für das Jahr 2022 wurden für Bayern gerade einmal 1.777 Betriebe – für Karpfen und Forellen sowie Kreislaufanlagen – erfasst. Tatsächlich gibt das Umweltministerium 9.732 (Stand: 2022) genehmigungspflichtige Betriebe gemäß Fischseuchenverordnung an. Hecht: "Es fehlen etwa 8.000 Betriebe." Auch wenn dies überwiegend Klein- und Kleinstbetriebe seien, ergebe sich daraus die statistische Diskrepanz: Laut Aquakulturstatistik würden in Bayern nur 1.571 Tonnen Speisekarpfen erzeugt. Eine Ursache: da die Statistik nur Betriebe mit einer Gesamtwasserfläche ab 0,3 ha erfasst, werden viele kleinteilige Betriebe nicht gezählt. 2021 lagen 73 Prozent der bayerischen Teiche in der Größenklasse 0,02 - 0,5 ha, die Durchschnittsfläche betrug 0,43 ha.
Bayern: Statistik unterschätzt Bayerns Fischproduktion
Foto/Grafik: Björn Marnau/FischMagazin
Bayern produziert etwa dreimal mehr Karpfen, als die offiziellen Aquakulturstatistiken angeben. Ein Grund: Nicht einmal jeder fünfte der fast 10.000 Betriebe wird statistisch erfasst.
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