03.03.2026
Krieg am Persischen Golf trifft Hamburger Handelsschiffe
Die Kriegsausbruch im Nahen Osten hat auch Hamburger Handelsschiffe unmittelbar und gravierend getroffen, meldet heute das Hamburger Abendblatt. Praktisch alle großen Reedereien untersagen ihren Schiffen die Fahrt in den Persischen Golf und damit auch durch den Suez-Kanal.
Hamburgs Traditionsreederei Hapag-Lloyd hatte gerade erst Mitte Februar Fahrten durch den Suez-Kanal wieder aufgenommen, die aufgrund der Bedrohung durch die jemenitischen Huthi-Rebellen mehr als zwei Jahre lang ausgesetzt waren. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) sollen sich aktuell mindestens 25 Schiffe von sieben deutschen Reedereien in den Gewässern des Golfs befinden. Zwar ist die in den Persischen Golf führende Straße von Hormus derzeit nicht blockiert, doch iranische Stellen warnen vor einer Nutzung der Meerenge. Hinzu kämen massive Störungen des GPS-Satellitensystems in der Gegend. Auch wenn der Präsident des Verbands europäischer Hafenunternehmen (Feport), Gunther Bonz, die Auswirkungen auf die Logistikkette nicht für so schwerwiegend hält wie in Zeiten der Corona-Pandemie, werde es Folgen haben.
Zum einen wird es durch die Umleitung der Schiffe um die Südspitze von Afrika zu Verzögerungen von drei bis vier Wochen kommen. Der steigende Ölpreis und höhere Versicherungsprämien würden zu einer Verteuerung der Waren und damit zu einem Inflationsschub führen. Hans Fabian Kruse, Präsident des Groß- und Außenhandelsverbandes (AGA), merkte an, dass die neue Lage von Logistik- und Handelspartnern eine erhöhte Koordination und Flexibilität verlange, um entscheidende Güterflüsse stabil zu halten. Die führende französische Containerreederei und Logistikgruppe CMA CGM hat nach Angaben des Portals IntraFish für Dienstleistungen in die betroffene Golfregion einen Notfallzuschlag in Höhe von 4.000 USD (= 3.417 Euro) je 40-Fuß-Container eingeführt. Hapag-Lloyd wolle einen Kriegsrisikozuschlag von 1.500 USD (= 1.281 Euro) erheben.
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