16.07.2026

Sachsen: Forellenzüchter verliert bei 28,3 Grad sämtliche Fische

Der Forellenzüchter Matthias Schnek (53) hat am 29. Juni sämtliche Fische in seiner Forellenzucht an der Zschopau bei Döbeln (Sachsen) verloren, meldet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). In der Regel sei August jener Monat, in dem Fischzüchter die meisten Fische verlieren, doch bei dem Familienbetrieb im Döbelner Ortsteil Limmritz schwimmen bereits seit Ende Juni keine Fische mehr in den Becken. Als in Sachsen Hitzerekorde von mehr als 40 Grad erreicht wurden, verendeten bei Schnek bei 28,3 Grad Wassertemperatur neun Tonnen Forellen. "28,3 Grad Wassertemperatur hat's in 51 Jahren nie in der Zschopau gegeben", erklärte Matthias Schnek gegenüber dem MDR. Seit dem Jahr 1975 hatte sein Schwiegervater die Forellenanlage am Standort geleitet und in allen Jahrzehnten wurden die Temperaturen aufgezeichnet.

Sein Gesamtschaden belaufe sich auf weit über 100.000 Euro. Der Züchter wandte sich an das Landesamt für Landwirtschaft und an die Sächsische Aufbaubank, die jedoch Nothilfen ablehnten. Hilfen für die Land- und Forstwirtschaft gebe es nur, "wenn ein außergewöhnlicher Notstand von überörtlicher Bedeutung festgestellt wird. Dies ist derzeit nicht der Fall", teilte das sächsische Landwirtschaftsministerium auf Nachfrage des MDR Sachsen mit. Matthias Schnek wusste sich daher nicht anders zu helfen und startete einen Hilfeaufruf auf der Online-Spendenplattform gofundme. Stand heute sei das Spendenziel von 35.000 Euro mit gesammelten 523 Spenden in Höhe von 31.638 Euro beinahe erreicht. Um im Herbst neuen Fischbesatz zu kaufen, brauche er 50.000 bis 60.000 Euro. Ab kommendem Jahr wolle er außerdem "viel, viel weniger Forellen züchten" und stattdessen verstärkt mit Karpfen besetzen. Hier geht es zur Spendenplattform.

Anhaltende Hitze und fehlender Regen belasten auch andernorts in Sachsen die Fischbestände. Der Landesverband Sächsischer Angler teilte mit, dass Forellen besonders betroffen seien, jedoch auch Lachse in Flüssen und Bächen. Die Teichwirtschaft Wermsdorf im Kreis Nordsachsen meldete "nicht unerhebliche Verluste bei Hechten und auch einige Verluste bei Stören" – jedoch nicht existenzbedrohlich, teilte Geschäftsführer Georg Stähler mit: Rund eine Tonne Fisch habe ihn die Hitze gekostet. Bei anderen Fischen habe man durch das Einstellen der Fütterung Verluste verhindern können. Einige Teiche würden derzeit so wenig Wasser führen, dass 12 von 56 Wermsdorfer Teichen nicht mehr für die Fischzucht genutzt werden können.
Sachsen: Forellenzüchter verliert bei 28,3 Grad sämtliche Fische
Foto/Grafik: gofundme
Der sächsische Forellenzüchter Matthias Schnek hat durch die Hitze Ende Juni seinen Fischbestand verloren, Schaden: mehr als 100.000 Euro. Über eine Spendenplattform sind inzwischen fast 32.000 Euro zusammengekommen.
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