01.11.2010

Neuer WWF-Einkaufsratgeber: „Verzerrtes Bild“

Inzwischen in fünfter Auflage hat die Umweltschutzorganisation WWF jetzt ihren Einkaufsratgeber für Fisch veröffentlicht. 62 Fischsorten hat der WWF nach ökologischen Kriterien bewertet und bei fast der Hälfte, nämlich 29 Arten, rät der WWF vom Verzehr ab, weil der Bestand gefährdet sei. In der Kategorie „Lieber nicht“ listet die Organisation unter anderem Thunfisch und Hai, Aal, Rotbarsch, Viktoriaseebarsch, Scholle, Seezunge, Dorade, Zander und Pangasius. Zu den Empfehlungen des WWF zählen hingegen 13 Arten aus MSC-zertifizierter Fischerei und Fische aus biologischer Aquakultur. Pangasius in Bio-Qualität ist entsprechend erlaubt, während der Verbraucher „von konventionell gezüchtetem Pangasius […] besser die Finger lassen“ sollte.

Der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels goutierte die Entscheidung des WWF, die Dorschbestände in der Ostsee differenzierter als bisher darzustellen. Denn der Dorsch in der östlichen Ostsee habe sich so deutlich erholt, dass der WWF ihn ausdrücklich als gute Wahl empfehlen kann. Verbandsvertreter Dr. Matthias Keller äußerte jedoch kein Verständnis „für die pauschale negative Kennzeichnung von Kabeljau aus dem Nordostatlantik oder Rotbarsch aus dem Nordatlantik“. In beiden Fällen würden dem Verbraucher Informationen über den positiven Zustand zum Beispiel des Bestandes des nordostarktischen Kabeljaus bzw. des isländischen Rotbarsches (Sebastes mentella) vorenthalten. Auch die pauschale WWF-Behauptung über den Zustand der EU-Fischbestände „stehe im Widerspruch zu den relevanten und aktuellen Ergebnissen der EU-Fischereiforschung“. Daher sei Keller der Ansicht, „dass die aktuellen WWF-Pauschalbehauptungen eher dazu geeignet sind, dem Verbraucher ein verzerrtes Bild über den Zustand der EU-Fischbestände zu vermitteln als ihn bei seiner Entscheidung für einen nachhaltigen Fischeinkauf zu unterstützen.“
Der Fischmagazin-Newsletter: Hier kostenlos anmelden
Stichworte
FischMagazin
FischMagazin
Kontakt
  • Kontakt Redaktion
  • Kontakt Anzeigen
  • Kontakt Leserservice

Verlag