06.06.2011

Pacific Andes kauft Europas Know-how, um in China zu wachsen

Der chinesische Seafood-Gigant Pacific Andes will die beiden ehemaligen Icelandic-Fabriken Pickenpack-Hussmann & Hahn und Pickenpack Gelmer nutzen, um sich in seiner Heimat China mit europäischen Produkten zu etablieren, schreibt IntraFish. Befürchtungen europäischer Pacific Andes-Kunden - wie etwa Frosta, Birds Eye Iglo und Young s Seafood - , die Chinesen wollten ihnen in Europa Konkurrenz machen, seien unbegründet, erklärt Geschäftsführer Ng Joo Siang gegenüber dem Portal IntraFish: „Unser Fokus wird immer China bleiben. Dort erwirtschaften wir mehr als 50 Prozent unserer Gewinne - und das Land ist ein schnell wachsender Markt.“ Außerdem wachse in China die Akzeptanz westeuropäischer Produkte. Hier liege das Motiv für Pacific Andes, sich mit 19 Prozent in die beiden Pickenpack-Betriebe einzukaufen: „Die Produktkompetenz in den Fabriken in Lüneburg und Wimille bietet uns die Möglichkeit, diese auf den chinesischen Markt zu übertragen.“ Daran sei Pacific Andes interessiert.

In der Vergangenheit hatte Pacific Andes versucht, seine Kunden und „Partner“ für China als potentiellen Absatzmarkt zu interessieren - jedoch ohne Erfolg. Also sei man jetzt selbst aktiv geworden. Ähnlich sei Pacific Andes schon 1997 in den USA verfahren, beschreibt Ng eine vergleichbare Vorgehensweise vor nahezu eineinhalb Jahrzehnten. Damals hatten die Chinesen bei dem US-Unternehmen National Fish & Seafood eine Kontrollmajorität erworben, ohne dem Präsidenten Jack Ventola die Führung zu rauben. Kunde und Wettbewerber High Liner Foods in Kanada „war zunächst nicht glücklich mit uns als Investor“. Doch da die Chinesen High Liner keine Märkte streitig machen wollen, habe man bis heute eine „exzellente Beziehung“. Auch in Deutschland und Frankreich sollen die Betriebe weiterhin von Einheimischen geführt werden: „Uns gehören nur 19 Prozent - und wir werden die Produktionen nicht subventionieren.“
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