05.06.2015

Russland setzt auf eigene Lachszucht statt Chile-Importe

Russlands Fischwirtschaft spürt offenbar die fehlende Einfuhr von Frischlachs aus Norwegen, eine Folge des seit August 2014 geltenden Importverbots für mehrere westliche Nationen. "Wenngleich das Land die Fehlmengen zum Teil mit Lachs von den Färöern und aus Chile ausgeglichen hat, ist es weit entfernt davon die Mengen zu ersetzen, die aus Norwegen kamen", schreibt das Portal IntraFish. 2014 seien die Importmengen von Lachs und Forelle gegenüber dem Jahr 2013 um 27,6% auf 146.300 t zurückgegangen, teilt die russische Statistikbehörde Rosstat mit. Im ersten Quartal 2015 habe die Einfuhr von frischem und gefrorenem Lachs mit nur 5.100 t sogar 84% niedriger gelegen als im Vergleichsquartal 2014. Russlands Fischverarbeiter bemängelten die im Vergleich zum norwegischen Frischlachs niedrigere Qualität der TK-Ware aus Chile, schreibt IntraFish, außerdem sei die Transportdauer mit 40 bis 50 Tagen - sprich sechs bis sieben Wochen - bis zum Hafen von St. Petersburg zu lang, um auf veränderte Marktwünsche schnell reagieren zu können. Eine Alternative zumindest für einen Teil des Marktbedarfs könnte die heimische Lachszucht in der Barentssee bieten, wo der Züchter Russian Aquaculture 2014 die ersten 5.000 t Lachs abfischte und bis 2018 sogar 25.000 t produzieren will. Aus Karelien kamen über 1.000 t Regenbogenforellen und Kaviar.

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