06.08.2018

Schleswig-Holstein: Start in eine gute Muschelsaison

Schleswig-Holsteins Muschelfischer blicken zuversichtlich auf die neue Saison, die letzte Woche in Hörnum/Sylt offiziell begann. "In diesem Jahr dürfte der durchschnittliche Erzeugererlös des vergangenen Jahres zwar noch überschritten werden. Allerdings wird die Anlandemenge geringer sein", prognostizierte Peter Ewaldsen, Sprecher der Erzeugergemeinschaft der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter, und konstatierte: "Bei guter Muschelqualität und entsprechenden Preisen könnte auch eine geringe Produktionsmenge wirtschaftlich auskömmlich sein." Nachdem die Fischer in den Jahren 2000 bis 2016 bei Preisen von durchschnittlich 1,- Euro/kg jährlich im Schnitt 7,75 Mio. Euro erlöst hatten, brachte das Jahr 2017 einen Erzeugererlös von rund 20,4 Mio. Euro bei einem Durchschnittspreis von 1,42 Euro/kg. "Momentan drängt auch Holland mit seinen Muscheln auf den Markt", bemerkte Ewaldsen, "zwischen 1,50 und 2,- Euro das Kilo dürften aber drin sein. Es kann allerdings auch sein, dass der Preis höher oder niedriger liegt."

Seit dem am 4. April 2017 zwischen Regierung, Umweltverbänden und Fischern geschlossenen "Muschelfrieden" bewirtschaften die Fischer im schleswig-holsteinischen Wattenmeer noch 1.700 statt zuvor 2.300 Hektar. Zentral sind dabei Saatmuschelgewinnungsanlagen (SMA), die auf rund 250 Hektar betrieben werden. Denn konsumfähige Muscheln von natürlichen Bänken dürfen nicht angelandet werden, sondern nur Muscheln von zunächst mit Saat besetzten Flächen. Entsprechend lag ein Schwerpunkt der Veranstaltung zur Saisoneröffnung auf dem Anlaufen und Darstellen der SMA. Da die für SMA zugestandene Flächen im Hörnumtief nur etwa zur Hälfte als geeignet betrachtet werden, befindet sich aktuell eine SMA im Büsumer Watt in der Erprobung. Weiteres Thema war der Hörnum Hafen, der sich in den letzten 20 Jahren aus logistischen Gründen zum einzigen Umschlagplatz für schleswig-holsteinische Muscheln entwickelt hat. Die Bundesrepublik Deutschland als bisherige Eigentümerin hatte sich von dem mit einem Reparaturstau von etwa 10 Mio. Euro belasteten Hafen getrennt. Jetzt hat sich eine Nutzergruppe um die Gemeinde Hörnum gebildet, um Bau- und Finanzierungsvorschläge für einen Erhalt und Ausbau des Hörnumer Hafens zu entwickeln.

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