29.10.2018

Polen/EU: Listerien-Ausbrüche durch nicht identifizierten Hersteller

Ein bislang namentlich nicht genannter polnischer Lachsproduzent wird mit einer ganzen Anzahl von Listerien-Fällen in Dänemark, Frankreich und Deutschland in Verbindung gebracht, meldet IntraFish. Im Zeitraum von August 2017 bis zum 8. Oktober 2018 wurden aus den genannten drei Ländern bisher insgesamt zwölf Erkrankungsfälle gemeldet, darunter vier Todesfälle. Die vermutete Quelle für die Listeria monocytogenes sollen verzehrfertige Lachsprodukte sein, kalt geräuchert bzw. mariniert, teilte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mit. Die EFSA und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) meldeten, man habe das Verfahren der DNA-Sequenzierung verwendet, um den in mehreren Ländern aufgetauchten Erreger zu identifizieren.

"Das Ausmaß dieses Ausbruchs ist möglicherweise unterschätzt worden", meint Giusi Amore von der Biocontam-Einheit der EFSA. Im Oktober 2017 hatte Frankreich in mariniertem Lachs aus Polen denselben Listerien-Erreger identifiziert, der schon bei einem Ausbruch in Dänemark nachgewiesen worden war. Im Mai 2018 war der Erreger für einen Ausbruch in Deutschland verantwortlich. Bislang sei jedoch noch nicht sicher, ob die Kontaminierung in einer unter Verdacht stehenden Verarbeitung in Polen erfolgt ist. Denn es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Kontaminierung beim norwegischen Primärproduzenten geschehen ist. "Solange die Quelle der Infektion nicht ausgeschaltet ist, kann es zu neuen Listeriose-Fällen kommen", warnt Giusi Amore. Bis dahin seien die beteiligten EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, Proben aus Umwelt und Lebensmitteln zu ziehen und risikobehaftete Standorte innerhalb der Produktionslinie zu überprüfen.

Lesen Sie hierzu auch im FischMagazin-Archiv:
25.09.2017   Polen: Keine weiteren Listerienfunde bei BK Salmon
01.09.2017   Dänemark: Vier Kranke und ein Toter wegen Listerien in Lachs
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