01.09.2020

IGB: Öffentliche Diskussion zu moderner Aquakultur nötig

Die Produktionsziele für die Aquakultur in Deutschland, die im Rahmen des Nationalen Stratgieplans Aquakultur (NASTAQ) im Sommer 2014 bis zum Jahre 2020 formuliert wurden, sind klar verfehlt worden. Das ist eine Feststellung, die Forschende des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in dem heute veröffentlichten IGB Policy Brief "Nachhaltige Aquakultur in Deutschland - Chancen und Herausforderungen" treffen. Ob die nachhaltige Aquakultur in Deutschland überhaupt eine Zukunft habe, sei jedoch keine rein technisch oder wissenschaftlich zu lösende Frage, meinen die Mitautoren Prof. Dr. Werner Kloas (Abteilungsleiter Arbeitsgruppe Aquaponik und Ökophysiologie) und Postdoktorand Dr. Fabian Schäfer.

Sie kommen zu dem Schluss, dass Deutschland bezüglich Wasser, Fläche, Technik, Know-how und Kaufkraft prinzipiell über genügend Ressourcen verfüge, um die eigene Produktion von Speisefischarten mit nachhaltigen Verfahren deutlich zu erhöhen. Notwendig sei jedoch eine "öffentliche und politische Diskussion über die Ansprüche an und Vorstellungen von moderner und nachhaltiger Aquakultur", damit die Verbraucher*innen ein Verständnis für Fischhaltung in technischen Systemen erlangen: "Denn naturnahe bzw. in die Natur eingebettete Produktionssysteme werden von Menschen emotional häufig als 'stimmiger' beurteilt, technische Kreislaufsysteme dagegen wirken eher abschreckend." Im laufenden Jahr erfolgt eine Aktualisierung und Überarbeitung des NASTAQ, der dann bis 2030 gelten soll.

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