22.03.2021

Mecklenburg: Lauterbacher FG löst sich auf und schließt Fischladen

Auf Rügen hat sich zum Jahreswechsel die Fischereigenossenschaft Lauterbach aufgelöst und ihren Fischladen am Hafen des gleichnamigen Ortsteils der Stadt Putbus geschlossen, meldet der Nordkurier. Die 1959 gegründete Fischergenossenschaft Insel Vilm Lauterbach hatte zuletzt unter ihren neun Mitgliedern nur noch zwei aktive Fischer: Bernd Peters und Jens Engelbrecht. Wiederholt gekürzte Fangquoten, Fischereiverbote, aber auch die zunehmende Konkurrenz durch die Fressfeine Kormoran und Kegelrobbe hatten die beiden nun zum Aufgeben gebracht. Jens Engelbrecht hat allerdings seinen Kutter "Jasmund" zum Fischverkaufskutter umgebaut und wollte ab voraussichtlich Ende März wenigstens einen Teil der Stammkundschaft und hungrigen Inselgäste weiterhin mit Räucherware, Frischfisch und den "Lauterbacher Fischbrötchen" versorgen.

Die Schließung in Lauterbach spiegelt den allgemeinen Abwärtstrend der ostdeutschen Küstenfischerei. Von ehemals 1.380 Küstenfischern im Jahre 1989 sollen heute keine 220 mehr hauptberuflich tätig sein. Allein von 2010 auf 2019 war die Anlandemenge der Kleinen Hochsee- und Kutterfischerei von 13.974 t auf 8.223 t Fisch zurückgegangen. Bereits im Juli 2020 hatte sich der Landesfischereiverband Mecklenburg-Vorpommern aufgelöst: nachdem sich die Mitgliederzahl im vergangenen Jahrzehnt von knapp 250 auf zuletzt rund 120 Mitglieder reduziert hatte, war eine Finanzierung des Verbandes nicht mehr möglich. Der Landesverband der Kutter- und Küstenfischer soll wegen der schwindenden Mitgliederzahl um seine Existenz kämpfen.

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