26.10.2009

Illegale Fischerei: Roter Thun für drei Milliarden Euro

Der Nettowert des in den vergangenen zehn Jahren illegal gefischten Roten Thuns liegt bei schätzungsweise mehr als drei Milliarden Euro. Diese Zahl nennt der Industrieanalyst Roberto Mielgo Bregazzi in seiner jüngst publizierten Studie „Abgesang auf einen Roten Thun“ (Requiem for a Bluefin Tuna). Bregazzi hatte in vierjähriger Forschungsarbeit Handelsdaten der Internationalen Kommission zum Schutz des Atlantischen Thunfischs (ICCAT), von Eurostat, dem US-Landwirtschaftsministerium, dem japanischen Zoll sowie der kroatischen Regierung zu einem Puzzle zusammengefügt, das er als „konservativen“ Blick auf den illegalen Handel mit Rotem Thun bezeichnet. „Im Gegensatz zu den viel zu niedrig angegebenen Fangstatistiken der ICCAT ist die Lücke zwischen jährlichen Fangquoten und tatsächlichen Fangmengen erheblich gewachsen“, meint Bregazzi. So sei die Menge illegaler Fänge von 3.569 t (2004) auf 24.297 t (2008) gestiegen. Allein für diese fünf Jahre liege der Großhandelswert der IUU-Fänge bei rund 1,4 Milliarden €. Für den Zeitraum 1998 bis 2008 habe er 3,08 Mrd. € errechnet – etwa 25% des globalen Handelsvolumen von Rotem Thun, das auf 12 Mrd. € geschätzt wird.
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