28.05.2026
Island: "Storytelling" soll Lachs-Export stärken
Island produzierte im vergangenen Jahr rund 60.000 t Lachs mit einem Exportwert von 344 Mio. Euro, meldet das Portal IntraFish unter Verweis auf Zahlen von Daniel Jakobsson, Geschäftsführer von Lachsfarmer Arctic Fish. Denn die Lachszucht war ein Schwerpunkt des Icelandic Aquaculture and Ocean Forum (IAOF), das am 21./22. Mai 2026 am Hauptsitz der Arion-Bank in Reykjavík veranstaltet wurde. Auch wenn in diesem Jahr Menge und Wert von Islands Aquakultur-Exporten um 12 % auf 365 Mio. Euro steigen sollen, sei die Produktionsmenge der isländischen Fischzucht in den letzten Jahren kaum gestiegen. Die Industrie arbeite außerdem mit Verlust: Für die Jahre 2023 bis 2025 notierte Islands Lachszucht Verluste von insgesamt 135 Mio. Euro, zahlte gleichzeitig aber Steuern und Gebühren in Höhe von 43 Mio. Euro, sagte Jakobsson. Dabei werde der Branche ein erhebliches Wachstumspotential und die Chance, ihre Position als Seafood-Produzent zu stärken, zugeschrieben – vorausgesetzt, die Unternehmen investierten in die Kommunen vor Ort und entwickelten eine starke Marketing-Geschichte. Die Ansicht vertraten zahlreiche Führungskräfte auf der IAOF.
Dazu gehöre zum einen eine umfassende Kommunikation mit dem Verbraucher, um Vertrauen aufzubauen, meinte der Konferenz-Vorsitzende Kjartan Olafsson. Islands Gewerbe-Ministerin Hanna Katrín Fri∂riksson empfahl, Island solle auf seine starke Reputation im Weißfisch-Bereich und seine lange Tradition für "Storytelling" aufbauen, um den Lachsabsatz anzukurbeln. International wachse die Nachfrage nach einem stabilen Seafood-Angebot, wobei die Kombination aus Meeres- und landbasierter Aquakultur Island stärken könne. Die landgestützte Aquakultur könne die Produktionskapazität langfristig um geschätzte 166.000 t steigern, teilte ein Vertreter des norwegischen Finanzdienstleisters Pareto mit. Gunvar Lenhard Wie, Marketingleiter bei der norwegischen Fischverkaufsorganisation Seaborn, betonte, dass das Herkunftsland große Bedeutung habe, insbesondere in asiatischen Märkten. Der gute Ruf, den Weißfisch aus Island bereits besitze, könne Synergien für den Lachs schaffen. Im Marketing könnten assoziative Verknüpfungen mit Attributen wie "kalt" und "vulkanisch" Teil der Marketing-Strategien für Island bilden. Auch Novel Sharma, Seafood-Analyst bei der Rabobank, ist der Ansicht, dass es einer "fokussierten Story" bedürfe.
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