06.07.2026

Kabeljau: Russland-Sanktionen dürften eher Handel als Preise verändern

Das von der EU-Kommission vorgeschlagene Einfuhrverbot für Kabeljau aus Russland könnte den bereits angespannten Weißfischmarkt weiter unter Druck setzen. Experten erwarten jedoch weniger, dass die Preise weiter steigen, sondern dass sich der Trend zu langfristigen Partnerschaften zwischen Lieferanten und Einkäufern verstärkt, schreibt das Portal IntraFish. Nach Angaben des Branchenverbandes Seafood Europe hatte Fisch aus Russland im Jahre 2023 einen Anteil von 34 % an allen Weißfisch-Importen in die EU. 2025 importierte die Gemeinschaft rund 179.000 t Seafood im Wert von 709 Mio. Euro aus Russland. Royal Greenland (RG) teilte mit, dass man seit dem EU-Vorschlag mehr Kundenanfragen erhalte: "Wir könnten vermutlich zwei- bis dreimal soviel verkaufen, wie wir Quote haben." Dennoch bevorzuge RG langfristige Kundenbeziehungen gegenüber kurzfristigen Preisvorteilen, sagte Category Group Manager Fish Niels Wann Jensen.

Der dänische Weißfisch-Lieferant Espersen beobachte, dass die wachsende Unsicherheit zu mehr Vorsicht bei Verkäufern und Einkäufern bei Lieferverträgen führe. Hanus Hansen, Geschäftsführer der auf den Färöer Inseln sitzenden JFK Group, meint, dass die Nachfrage nach isländischem, grönländischem und färingischem Kabeljau steigen könne. Während einige europäische Konsumenten zu anderen Weißfisch-Arten wechselten, erwarte er eine stabile Nachfrage in traditionellen Märkten, darunter Portugal und Großbritannien. Insider gehen übrigens davon aus, dass die gekürzten Quoten und die Ungewissheit bezüglich der US-amerikanischen Zollpolitik den Weißfischmarkt stärker beeinflussen als die vorgeschlagenen neuen Russland-Sanktionen.
Kabeljau: Russland-Sanktionen dürften eher Handel als Preise verändern
Foto/Grafik: Matthieu Godbout/Wikipedia
Experten erwarten, dass das von der EU-Kommission vorgeschlagene Einfuhrverbot für Kabeljau aus Russland weniger zu einem Preisanstieg führen werde, vielmehr den Trend zu langfristigen Handelspartnerschaften verstärken werde.
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