26.11.2010

Greenpeace warnt vor falsch deklarierten Thun-Konserven

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace weist darauf hin, dass europäische Supermärkte häufig Thunfisch-Dosen anbieten, die falsch gekennzeichnet seien. Laut Zutatenliste enthalten die Konserven in der Regel Echten Bonito (Skipjack). Tatsächlich handelt es sich jedoch häufig um einen Mix aus verschiedenen Thunfischarten. Das sei EU-weit verboten, teilte Greenpeace in Hamburg mit. Die Umweltschützer hatten aus zwölf EU-Ländern jeweils fünf verschiedene Marken einer DNA-Analyse unterworfen. Durchgeführt wurde die Untersuchung der insgesamt 165 Proben in dem auf Fischprodukte spezialisierten spanischen Molekularlabor ATZI-Tecnalia. In 30 Prozent der Dosen sei nicht das gewesen, was deklariert war oder überhaupt erlaubt ist. So sei auch Fleisch von überfischten Arten wie dem Großaugen- und dem Gelbflossenthun enthalten gewesen.

Auch der deutsche Marktführer Saupiquet, dessen Produkte fast in jedem Supermarkt erhältlich seien, halte sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben. In Deutschland gekaufte Dosen der Marken Saupiquet und La Miranda enthielten zwei Arten (Bonito/Katsuwonus pelamis und Kleiner Thun/Euthynnus spp.) Die Marke Nixe von Lidl wurde in den Niederlanden und in Großbritannien getestet. In den Niederlanden fand sich Großaugenthun darin, obwohl Echter Bonito auf der Verpackung ausgewiesen war. In Großbritannien enthielt die Dose neben Echtem Bonito auch Kleinen Thun. "Die Thunfisch-Industrie ist außer Kontrolle," kommentierte Greenpeace-Meeresbiologin Iris Menn: "Die Hersteller wollen das Massenprodukt Thunfisch in Dosen möglichst billig anbieten."
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