11.11.2011

Deutschland: Zweite deutsche Ostseefischerei erhält MSC-Zertifikat

Die Fischereiorganisation Küstenfischer Nord eG Heiligenhafen hat für ihren Dorschfang in der östlichen Ostsee das MSC-Zertifikat für nachhaltige Fischerei erhalten. 14 Monate haben der unabhängige Zertifizierer Food Certification International und ein wissenschaftliches Expertenteam die Fischerei geprüft. „Mit Erfolg!“, freut sich Ulrich Elsner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Ab sofort dürfen die Betriebe ihren Dorsch mit dem blauen MSC-Siegel kennzeichnen. In diesem Jahr landeten die 17 Kutter insgesamt 1.554 Tonnen Dorsch aus der östlichen Ostsee an, etwa 40 Prozent der gesamtdeutschen Ostseedorschquote. Ein großer Teil wird im Heimathafen Heiligenhafen auf Lkw verladen und in Frankreich auf einer Auktion versteigert. Der Rest wird regional verkauft und im Restaurant der Genossenschaft serviert. Der Dorschbestand in der östlichen Ostsee stand 2004/2005 kurz vor dem Zusammenbruch. Seitdem melden Wissenschaftler eine Versechsfachung des Bestandes.

Für die erfreuliche Entwicklung sei einerseits der stark reduzierte fischereiliche Druck verantwortlich, andererseits die etwas bessere Nachwuchsproduktion, sagt Ulrich Elsner: „Damit das so bleibt, verlängern wir freiwillig den offiziellen Fangstopp auf Dorsch in der östlichen Ostsee im Juli und August jährlich um zwei Monate. Damit wollen wir unter anderem dem Fisch mehr Zeit für den Laichvorgang geben, um insgesamt die Nachwuchsproduktion nachhaltig zu verbessern.“ Die Fischer verwenden überwiegend pelagische Schleppnetze, da sich der Dorsch in jener Region häufig in tieferen, jedoch bodenfernen Bereichen aufhält. Beim Einsatz von Bodenschleppnetzen setzen sie leichte Geschirre ein. „Mit Hilfe von Fluchtfenstern im Netz und Maschengrößen von 125 Millimetern - also 20 Millimeter weiter als gesetzlich vorgeschrieben - versuchen wir den Beifang in unserer Fischerei so gering wie möglich zu halten. Außerdem arbeiten wir zusammen mit Wissenschaftlern kontinuierlich daran, die Selektivität unserer Netze weiterhin zu verbessern“, ergänzt Elsner. Eine von mehreren Auflagen, die die Fischer erhalten haben, ist eine genaue Kartierung der Bodenstrukturen in ihren Fanggebieten. Anhand dessen sollen die Auswirkungen der Fangmethoden auf den Meeresboden genau beobachtet und falls nötig reduziert werden.
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