21.07.2015

Bodensee: Fangrückgang um weitere 23 Prozent

Für den Bodensee werden für 2015 nur Erträge von 360 Tonnen Jahresfischfang erwartet, schreibt der Reutlinger General-Anzeiger. Das wäre ein Rückgang von 110 Tonnen oder 23 Prozent gegenüber den 470 Tonnen Anlandemenge im Jahr 2014. "Dieser Ertrag wird etwa 80 Berufsfischer ernähren können", meint die Ministerialbürokratie. Entsprechend fordere die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) eine Reduzierung der Patente für die Berufsfischerei von heute 113 am gesamten See auf 80 bis zum Jahr 2020. Ursache für die rückläufigen Fänge ist eine Wasserqualität des Bodensees, die gemäß den Gewässerschutz-Normen der Europäischen Union die Höchststufe "Alpensee" erfülle. Entsprechend fordern die Fischer, die Nährstoffe im See kontrolliert und dosiert durch eine geringe Erhöhung des Phosphatgehaltes aus Kläranlagen zu erhöhen. Das jedoch lasse die EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht zu, meint Dr. Alexander Brinker von der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg. Wolfgang Reimer, Amtschef im baden-württembergischen Ministerium für ländlichen Raum, sieht eine Aquakultur am Bodensee als einzigen Ausweg. Eine für den Spätherbst geplante, breit angelegte Informationsveranstaltung soll einen Kompromiss zwischen Experten und betroffenen Fischern befördern.

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